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Umwelthilfe vermutet Abgasmanipulation durch BMW

Tacho eines Diesel Fahrzeugs

Noch auf der Internationalen Automobil Messe (IAA) im Herbst diesen Jahres hatte BMW Chef Harald Krüger klargestellt, dass es keine Abschaltvorrichtungen in den BMW Fahrzeugen geben würde. Die Deutsche Umwelthilfe ist jedoch nach einigen durchgeführten Messungen zu einem gegenteiligen Ergebnis gekommen und vermutet eine Abgasmanipulation durch BMW.

Wenn sich dieser Verdacht bewahrheitet, hätte der Abgasskandal letztendlich auch BMW mit voller Wucht erfasst. Eine Abgasmanipulation durch BMW war bisher immer ausgeschlossen worden. BMW soll jedoch – ähnlich wie auch Volkswagen – eine nicht legale Abschalteinrichtung in die Abgasreinigung der Autos eingebaut haben.

Messergebnisse schließen auf Abgasmanipulation durch BMW

Die Deutsche Umwelthilfe kommt aufgrund ihrer Messergebnisse zu dem Schluss, dass eine Abgasmanipulation durch BMW bei der Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen stattgefunden hat. Dieser Verdacht ist besonders aufsehenerregend weil sich BMW bisher als der Sauberste von allen deutschen Automobilkonzernen präsentieren konnte. Dies wurde auch dadurch unterstrichen, dass BMW für die Abgasreinigung bei vielen Autos einen höheren Aufwand betrieben hat als die Konkurrenz. So verbauten die anderen deutschen Autohersteller lediglich ein System zur Abgasreinigung. Entweder wurde ein SCR-System installiert oder ein Speicherkatalysator verwendet. BMW hingegen nutze bei vielen Fahrzeugen beide Systeme. Trotzdem mehren sich die Indizien, dass BMW diese Systeme gezielt abgeschaltet hat. Das verstärkt die Vermutung der Abgasmanipulation durch BMW.

Tests ergeben auffallende Abgaswerte

Die Untersuchungsergebnisse der Deutschen Umwelthilfe ergaben, dass die Werte für einen 3er BMW Diesel bis zu sieben Mal so hoch ausfielen wie bei Tests im Labor. Dort wurde nach dem neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) getestet. Die Abgasmanipulation durch BMW erfolgte den Vermutungen nach in der Form, dass es zu einer Reduzierung der Abgasrückführung ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen pro Minute gekommen ist. Bei 3500 Umdrehungen pro Minute wurde die Abgasrückführung sogar vollständig abgeschaltet. Dieses Ergebnis konnte auch von externen Experten bestätigt werden.

Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte dem Tagesspiegel, dass die Resultate der Messungen eindeutig auf eine Abschalteinrichtung in der Software der Motorsteuerung hinweisen würden. Diese Vorrichtung müsste vollständig beseitigt werden, da alle Fahrzeuge in allen Situationen über eine zu 100 Prozent funktionierende Abgasreinigung verfügen müssten.

BMW dementiert Diesel-Manipulation

Eine Abgasmanipulation durch BMW wird bisher seitens des Konzerns vehement dementiert. So erklärte der Hersteller auf Nachfrage des ZDF, dass ähnliche Fahrzeuge bei einer vom Konzern selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung des TÜV SÜD, Stickoxidwerte erzielt hätten, die innerhalb der vorgegebenen Toleranzgrenze liegen würden. Darüber hinaus erklärte BMW, dass Fahrbedingungen, welche von der vom Gesetz festgelegten NEFZ Tests abweichen würden, auch zu höheren Stickoxidwerten führen dürften. Auf eine mögliche Manipulation durch BMW in Bezug auf eine Abschalteinrichtung wurde jedoch nicht eingegangen.

Überprüfung der BMW Fahrzeuge

Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Untersuchung von allen Fahrzeugen des Konzerns. Wenn sich die Vermutungen, dass BMW eine illegale Abschalteinrichtung verwendet, bestätigen würden, müssten alle betroffenen Autos zurückgerufen werden. Der Imageschaden für den Hersteller wäre immens. Zusätzlich fordert Resch vom Verkehrsministerium eine Veröffentlichung von allen bekannten Fahrzeugen, die über eine Abschalteinrichtung verfügen. Dies solle unabhängig vom Hersteller geschehen.

Die vermutete Abgasmanipulation durch BMW wird somit wohl weiterhin hohe Wellen schlagen.

Bildquelle:

  • Tacho eines Diesel Fahrzeugs: ©qimono - Pixabay.com
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