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Abgaswerte in deutschen Städten

Zu hohe Abgaswerte stellen in Deutschland noch immer ein großes Problem dar. Glücklicherweise haben diese Werte in deutschen Großstädten im Laufe der letzten Jahren Jahrzehnte deutlich abgenommen. Doch wie sieht es aktuell in den größten deutschen Ballungsräumen aus?

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Wandel zu den letzten 10 Jahren

Glücklicherweise haben die Abgaswerte in deutschen Großstädten im Laufe der letzten Jahren Jahrzehnte deutlich abgenommen. Das liegt zum einen natürlich an der verbesserten Fahrzeug Technologie, zum anderen jedoch auch an den verschärften Richtlinien der europäischen Union sowie des deutschen Umweltbundesamts. Besonders im Bereich der Luftverschmutzung durch die toxischen Chemikalien Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei sind rückläufige Tendenzen zu beobachten.

Genaue Daten könne den Tabellen des Umweltbundesamtes entnommen werden, welches jedes Jahr den durchschnittlichen Wert der PM 10 Emission mit dem des Vorjahres vergleicht. Unter diesem Wert versteht man die Feinstaubbelastung in der Luft (englisch: Particulate Matter, kurz: PM), welche durch den Menschen verursacht wird, also anthropologischen Ursprungs ist.
Bei dem Großteil dieser handelt es sich um Chemikalien, die bei der Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen entstehen, also aus den Abgasen unsere Fahrzeuge stammt. Da sich dieser, durch den Menschen verursachte, Anteil im Normalfall auf circa zehn Prozent der Gesamtbelastung beläuft, spricht man hierbei vom PM 10 Wert.

Vergleicht man nun also die Werte der Jahre 2007 mit denen von 2017, so ist eine klare Verbesserung der Abgaswerte zu beobachten. Lag der PM 10 Wert vor einem Jahrzehnt noch bei 29 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), so beläuft er sich heute mit einem Wert von 22 nur noch auf knapp 75 Prozent der ursprünglichen Schadstoffbelastung.
Diese Zahlen beliefen sich jeweils auf Werte von verkehrsnahen Messstationen. Tatsächlich galten die Jahre 2015 bis 2017 zu denen, mit der geringsten Feinstaubverschmutzung der Luft seit über 25 Jahren.

Ballungsräume

Wie sieht es in den größten deutschen Ballungsräumen mit den Abgaswerten aus? Prinzipiell gibt es vergleichsweise auch hier deutliche Verbesserungen. Allergings liegen bestimmte Werte, wie beispielsweise vor allem die Stickstoffverbindung NO2 über den europäischen Richtlinien.
Besonders von dieser Schadstoffbelastung betroffen ist das Ruhrgebiet mit den Städten Köln, Düsseldorf und Dortmund. Doch auch Hamburg, Berlin, Frankfurt, Kiel, Heilbronn, Darmstadt und Ludwigsburg stehen im Bereich der gesundheitsschädlichen Gase weit oben auf der Liste.

Bei welchen Städten handelt es sich jedoch um den deutschen Spitzenreiter? Dies sind mit klarem Abstand die süddeutschen Städte Stuttgart auf Platz zwei und München als Anführer auf der Liste der giftigen Stickstoffdioxid Gase. Während sich die Lage in Stuttgart jedoch deutlich verbesserte, 2017 lag der Wert von NO2 bei 73 µg/m3 und konnte im vergangenen Jahr um knapp 10 µg/m3 reduziert werden, konnte die bayerische Hauptstadt ihre Schadstoffbelastung zwischen 2017 und 2018 gerade einmal um knapp 2,5 Prozent senken.
Aktuellen Messungen des Umweltbundesamts zufolge liegt diese momentan bei circa 77 µg/m3. Obwohl dies nur eine kleine Verbesserung darstellt, verändern sich die Werte wenigstens in die richtige Richtung. In Freiburg hat sich die Situation der Schadstoffbelastung im vergangenen Jahr sogar deutlich verschlimmert.

Worauf sind diese hohen Werte zurückzuführen? Einen ganz besonders hohen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der Abgas der Dieselmotoren. Ein überaus hohes Verkehrsaufkommen in expandierenden Großstädten im Zusammenhang mit ungenügend wirksamen Richtlinien, welche die überhöhte Luftverschmutzung eventuell auffangen könnten, resultiert in ernst zu nehmenden gesundheitlichen Risiken für die Einwohner der Ballungsräume.
Hohe Stickstoffdioxid Werte sind in hohem Maße für Atemwegserkrankungen verantwortlich. Mit höherer Schadstoffbelastung der Luft in deutschen Großstädten ist eine steigende Rate an Asthma- und sogar Lungenkrebs Patienten zu beobachten. Laut Äußerungen der deutschen Umweltkommission kann der frühzeitige Tod von jährlich mehr als 400.000 Deutschen auf die Folgen der schadstoffbelasteten Luft zurückgeführt werden.

Über viele Jahre hinweg wurde die Schadstoffbelastung in der Luft ausschließlich durch Analysen im Labor ermittelt. Dies kann jedoch, wie der Abgas-Skandal von VW gezeigt hat, zu großen Verschiebungen der Werte führen. Aus diesen Grund entschieden sich Experten Ende 2017 dazu, die Abgaskontrollen direkt vor Ort auf den Straßen durchzuführen. Dadurch erhofft man sich exaktere Werte, welche zu einer Verbesserung der deutschen Luftqualität führen soll.

Entlastung durch E-Mobilität?

Der jetzige Zustand kann also so nicht bleiben. Um die Abgaswerte in Deutschland zu reduzieren, werden eine große Anzahl an Lösungsvorschlägen angeboten. Eine davon ist die Umstellung des Transportsystems auf die sogenannte E-Mobilität. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die anstelle von fossilen Energieträgern wie zum Beispiel Benzin von Strom angetrieben werden.
Die Stromreserven lassen sich wieder aufladen und es können dabei Quellen der erneuerbaren Energien verwendet werden. Doch stellt diese Option wirklich eine effektive Möglichkeit dar, die Emissionswerte in Deutschland zu reduzieren? Wie sieht es bei der Elektromobilität mit der Umweltbilanz aus?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass dies zunächst auf die Herkunft des verwendeten Stroms kommt. Deutschland ist zwar weltweit ein Pionier im Bereich der erneuerbaren Energien, allerdings leisten Windräder, Wasserkraftwerke und Solarzellen heutzutage leider erst einen verschwindend geringen Beitrag zur gesamten Energieherstellung.
Der meiste Strom stammt noch immer aus Kohle- und Gaskraftwerken. Und obwohl es bereits ausgetüftelte Zeitpläne gibt wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis unsere Autos zu hundert Prozent von grünem Strom angetrieben werden.

Einen weiteren Aspekt den man beachten muss ist, dass die Ökobilanz des Autos natürlich nicht erst auf der Straße beginnt, sondern hierbei immer auch die verbrauchte Energie bei der Herstellung miteinberechnet werden muss. Und die ist bei Tesla, e-Golf und Co deutlich höher als bei den herkömmlichen Alternativen. Momentan jedenfalls, wohlgemerkt!
Bei steigender Nachfrage, wie es diese mehr und mehr gibt, werden immer mehr Modelle angefertigt werden. Dadurch entsteht größere Konkurrenz und die Technologie wird sich entsprechend anpassen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Deutschlands Schadstoffbelastung durch e-Mobilität sehr wohl reduziert werden kann, sofern zwei Voraussetzungen erfüllt werden: Die Fahrzeuge müssen den benötigten Strom zu einhundert Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen und die Technologie in der Herstellung darf die Ökobilanz nicht mehr bereits bei Tacho Null in den negativen Bereich gezogen haben.

Bildquelle:

  • auto-auspuff-abgas: ©pixabay.com
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