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Akustischer Wildwarner – die Lösung gegen Wildunfälle?

Gerade in der Jahreszeit, in der es wieder früh dunkel wird, passiert es oft: der Wildunfall. Um Mensch und Tier besser vor Unfällen zu schützen, wurde ein akustischer Wildwarner entwickelt und auf den Markt gebracht, aber ist dieses Hilfsmittel die Lösung des Problems?

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Akustischer Wildwarner gegen Wildunfälle

Wer kennt es nicht: das etwas mulmige Gefühl, welches einen beschleicht, wenn man in der Dämmerung, der Nacht oder am frühen Morgen durch bewaldete Gebiete oder Gebiete mit hohem Wildwechsel fahren muss. Nicht immer sieht man die Wildtiere, die vor dem Auto die Straße überqueren, früh genug, um einen Zusammenprall noch rechtzeitig verhindern zu können.
Um Mensch und Tier vor diesen oft lebensgefährlichen Situationen besser schützen zu können, wurde ein akustischer Wildwarner für den PKW entwickelt.

Diese akutischen Wildwarner können mittlerweile günstig überall auf dem Markt erworben werden. Sie ähneln kleinen Pfeifen und werden einfach auf die Stoßstange, in den Kühlergrill oder unterhalb der Stoßstange durch Haftstreifen angebracht. Während der Fahrt erzeugen diese Pfeifen einen hohen, für menschliche Ohren nicht hörbaren Pfeifton, den Wildtiere als unangenehm empfinden und sie so daran hindern, die Straße vor dem Auto zu überqueren.

Aber nicht nur für PKW wurden akustische Wildwarner entwickelt. In einigen Gegenden Deutschlands werden seit einigen Jahren akustische Wildwarner zusammen mit optischen Warnern getestet. Es dürfte sie jeder schon einmal gesehen haben: die blauen, halbrunden Reflektoren an den Leitpfosten. Zusammen mit den akustischen Ultraschall-Wildwarnern sollen sie vor einem Wildunfall schützen.

Die Anzahl der Wildunfälle steigt rapide an

Die Zahlen der Wildunfälle steigen wieder rapide an. Über die Gründe sind sich auch die Experten noch nicht ganz einig. Ein stärkeres Verkehrsaufkommen auf Land-, Bundesstraßen und auf den Autobahnen im Vergleich zu den Vorjahren, größere Mais und Raps Anbauflächen und zuletzt die starke Vermehrung von Wildschweinen durch Mais und Raps Monokulturen sind nur einige Thesen. Statistisch gesehen sind Wildschweine die am stärksten betroffene Tierart bei einem Wildunfall.

Rodung von Waldflächen, die den Wildtieren ihren Lebensraum nehmen und sie zur Futtersuche in weiter gelegene Gebiete zwingen, ist bei Experten bei der Begründung der steigenden Unfälle mit Wildtieren auch im Gespräch.
Circa alle 2 Minuten wird hier in Deutschland ein Wildtier in einen Unfall verwickelt. Kommt dann noch die entsprechende Jahreszeit mit Nebel und früher Dämmerung dazu, steigt die Gefahr ein Wildtier am Straßenrand zu übersehen noch einmal um einiges.
Im Frühherbst und Herbst werden auch die Hormone den Tieren zum Verhängnis. Die Paarungszeit des Rotwildes fällt in den September und Oktober, im November fallen die Wildschweine in einen Liebesrausch. Die Männchen verfolgen die Damen ihrer Wahl über Kilometer und queren so auch völlig blind für Gefahren die Straßen, die in ihrem Weg liegen. Ist der Autofahrer dann auch noch unaufmerksam, kommt es sehr schnell zu einem Unfall.

Was verspricht das System?

Die Hersteller der akustischen Wildwarner werben damit, dass der Ultraschall-Ton Wildtiere irritieren und vom Überqueren der Straße abhalten soll.
Die Wildwarner für den PKW bestehen aus einem kleinen, Pfeifen – ähnlichen Gerät aus robustem Kunststoff, die auf der vorderen Stoßstange des Wagens angebracht wird. Das Unterteil des Wildwarners wird mittels Haftstreifen befestigt, den Wildwarner selbst kannst Du mit einem Schlüssel bei Bedarf – zum Beispiel für die Nutzung einer Waschstraße – einfach abnehmen.

Bei der Fahrt dringt der Fahrtwind in das Gerät ein und erzeugt dort einen hohen, für den Menschen nicht hörbaren Ton, der das Wild auf bis zu 400 Metern vor der Gefahr warnt und im besten Fall verhindert, dass es unkontrolliert auf die Straße läuft. Am besten funktioniert der akustische Wildwarner übrigens ab einer Geschwindigkeit von 50 K/mh.

Die akustischen Wildwarner an den Leitpfosten arbeiten auf die gleiche Weise. Die Wildwarner werden durch die Scheinwerfer eines sich nähernden Fahrzeuges angestrahlt. Dadurch wird in 50 bis 100 Meter Entfernung ein sich änderndes, akustisches Signal ausgelöst. Der blaue Reflektor wird ebenfalls von den Scheinwerfern angestrahlt und strahlt viele Lichtblitze in den Wald oder auf das Feld ab. Die Kombination von ständig wechselnden akustischen Signalen und den blauen Lichtblitzen hält Wildtiere bisher erfolgreich davon ab, die Straßen vor einem Auto zu queren.

Testanalysen und Studien

Zu den akustischen Wildwarnern für den PKW oder das Motorrad gibt es kaum Studien oder Testberichte. Laut Christoph Hecht, Fachreferent Verkehrssicherheit und Straßenbewertung, Ressort Verkehr und Interessenvertretung des ADACs München untersuchte und testete der ADAC schon vor einigen Jahren die Wirksamkeit der akustischen Wildwarner für den PKW und kam zu dem Ergebnis, dass die Wildtiere auf den verhältnismäßig leisen Ton, den einige der günstigen Modelle abgeben, überhaupt nicht reagieren. Auch in den USA, wo die Wildwarner bekannter und weiter verbreitet sind als hier in Deutschland, fielen die Testergebnisse ähnlich schwach aus. Du solltest also auf jeden Fall auf ein hochwertiges Produkt zugreifen.

Fürsprecher indes finden die kleinen “Plastikpfeifen” bei Förstern und Jägern, die die Nutzung von Wildwarnern an PKWs und Motorrädern bewerben.
Ob sie funktionieren oder nicht, ist also leider noch nicht ganz geklärt. Fakt ist, sie sind überall erhältlich und kosten nicht viel. Schaden können die kleinen Pfeifen auf keinen Fall. Du solltest jedoch auf jeden Fall in der Dämmerung, in der Nacht und am frühen Morgen in Gebieten wo mit Wildwechsel zu rechnen ist, aufmerksam und angemessen fahren und Dich nicht nur auf den akustischen Wildwarner verlassen.

Bildquelle:

  • wild_auf_der_straße_hirsch: ©pixabay.com
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