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Fahrverbote, Steuer und Co. – Was wird sich in 2019 ändern?

Angefangen bei Fahrverboten von Diesel-Fahrzeugen in Ballungsräumen bis hin zu der Möglichkeit die Fahrzeug-Erstzulassung online zu erledigen sowie Warnsignale für E-Autos und Steuervorteile für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Was sich im nächsten Jahr genau ändern wird, zeigt die anschließende Übersicht im Detail.

fahrverbote-steuer

Online Erstzulassung

Das Bundesverkehrsministerium hat nun die Erlaubnis erteilt, dass ab nächstes Jahr die Online-Erstzulassung, sprich das Anmelden sowie das Ummelden von Fahrzeugen, auch übers Internet möglich ist. Über das Portal von Ländern und Kommunen ist die digitale Außerbetriebsetzung bereits seit 2015 möglich. Seit 2017 können Halter ihren Wagen im selben Zulassungsbezirk wieder zulassen.

Genauso wie für die Online-Erstzulassung ist dafür ein Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion notwendig, damit die Identifizierung erfolgen kann. Mit der neuen Regelung soll auch das Umschreiben eines Autos bei einem Halterwechsel online möglich gemacht werden. Dies erspart lästige Behördengänge und lange Wartezeiten. Wann dies genau möglich sein soll, wurde noch nicht gesagt. Bislang ist nur bekannt, dass die Online-Erstzulassung im Laufe des nächsten Jahres nutzbar sein soll.

HU-Plakette

Alle Autofahrer, dessen Auto eine orangefarbene HU-Plakette besitzt, müssen im nächsten Jahr zu einer Hauptuntersuchung. Überzogen werden darf dieser Termin lediglich bis zu zwei Monate. Erfolgt bis dahin noch immer keine Untersuchung wird ein Bußgeld in Höhe von mindestens 15 Euro erhoben. Ein weiterer Nachteil einer verspäteten HU-Untersuchung besteht darin, dass dann eine genauere Fahrzeuguntersuchung erfolgt, die 20 Prozent teurer ist als eine rechtzeitig durchgeführte Hauptuntersuchung. Wurde die Untersuchung erfolgreich abgeschlossen, erhält man eine gelbe Plakette.

Eine HU-Plakette ist ein Nachweis darüber, dass das Fahrzeug die Hauptuntersuchung bestanden hat und auf öffentlichen Straßen zum Einsatz kommen darf. Geprüft wird die Fahrtauglichkeit eines Fahrzeugs ausschließlich von anerkannten Prüfern, die die alte Plakette abkratzen, um die neue Plakette zu befestigen, vorausgesetzt die Untersuchung wurde erfolgreich bestanden.

Fahrverbote in Ballungsräumen für Dieselmotoren

Ab 1. Januar nächsten Jahres besteht in ganz Stuttgart ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge mit der Euro-4-Abgasnorm und älter. Handwerksbetriebe und Anwohner können allerdings von der Übergangsfrist Gebrauch machen. Diese gilt bis zum 1. April 2019. Ausgeschlossen von diesem Fahrverbot sind Reisebusse, Taxis, Einsatz- und Hilfsfahrzeuge sowie Oldtimer mit dem entsprechenden Kennzeichen. Wer die neue Regelung missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro rechnen.

Ein Gerichtsurteil hat nun beschlossen, dass das Land Hessen in Frankfurt Maßnahmen einleiten muss, um die Luftqualität zu verbessern. Ab dem 1. Februar 2019 dürfen daher keine Selbstzünder mit Euro 4 und älter auch keine Benziner mit Euro 1 und Euro 2 mehr in der Innenstadt fahren. Die Fahrverbotszone sprich die Begrenzung erstreckt sich über den Autobahnring der A5 im Westen, der A3 im Süden und der A661 im Norden und Osten. Das Land möchte aber noch Berufung einlegen.

Warnsignale für E-Autos

Die EU-Verordnung 540/2015 schreibt vor, dass Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge, die neu zugelassen werden, in der Lage dazu sein müssen, ein akustisches Warnsignal wiedergeben zu können. Diese Warnsystem trägt die Bezeichnung “Acoustic Vehicle Alerting System”, abgekürzt AVAS. Es soll sowohl beim Rückwärtsfahren als auch beim Fahrtempo unter 20 km/h ertönen. Das Ziel von diesem akustischen Signal besteht darin, Radfahrer, Sehbehinderte und Fußgänger über die Anwesenheit bzw. das Heranfahren von einem Elektroauto zu informieren, um für eine höchstmögliche Sicherheit zu sorgen, da das klassische Motorengeräusch bei einem Elektroauto ganz wegfällt und bei einem Hybridfahrzeug deutlich leiser ausfällt. Diese neue Regelung soll zunächst für zwei Jahre gelten.

Steuervorteile für E-Dienstwagen

Da die Nachfrage nach Elektroautos noch immer nicht zufriedenstellend ist, will die Bundesregierung in diesem Bereich neue Anreize schaffen. Bislang mussten Arbeitnehmer, die ihren Firmenwagen auch privat nutzen, monatlich 1 Prozent vom Listenpreis des Fahrzeugs als geldwerten Vorteil versteuern lassen. Dieser Satz soll in Zukunft auf 0,5 Prozent reduziert werden. Diese neue Regelung gilt für Elektro- und Hybridfahrzeuge, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 geleast oder gekauft werden.

RDE-Test zur Abgasmessung

Zum neuen Prüfverfahren WLTP, welches seit 1. September 2018 zum Einsatz kommt und welches für alle Neuzulassungen verbindlich ist, soll sich ab nächstes Jahr und zwar ebenfalls zum 1. September ein sogenannter Realtest hinzu gesellen. Dieser trägt die Bezeichnung RDE, welche für “Real Driving Emissions” steht. Dieser Test hat das Ziel, dass die Grenzwerte für die Partikelanzahl und die Stickoxide eingehalten werden. Zum Einsatz kommen dabei PEMS-Geräte, die unter realistischen Bedingungen in der Lage dazu sind, die Werte zu ermitteln, so dass kein fester Fahrzyklus eingehalten werden muss. Dazu gehört auch eine beliebige Wetterlage, Verkehrslage und Beschleunigung.

Kfz-Versicherung: Änderung der Typklassen

Im nächsten Jahr ändern sich die Typklassen bei der Kfz-Versicherung. Je nachdem wie hoch oder niedrig die Typklasse ausfällt, desto höher oder niedriger fallen die Kosten für die Kfz-Versicherung aus, so dass durch die Änderung in etwa jeder Siebte in Deutschland mit höheren Beiträgen rechnen muss. Auf der anderen Seite wird erwartet, dass etwa 5,4 Millionen besser eingestuft werden und somit geringere Beiträge leisten müssen.

Statistiker haben für das neue Verzeichnis der Typklassen um die 29.000 Automodelle auf ihre Schadens- und Unfallbilanz hin untersucht. Diese Auswertung hat drei Jahre und zwar von 2015 bis 2017 gedauert. Überprüft wurde auch die Bilanz der Automodelle hinsichtlich Schäden und Reparaturkosten, wobei die Auswertung getrennt für die Voll-, Teilkasko- und Haftplichtversicherung erfolgt ist.

Bildquelle:

  • fahrverbote-steuer: @qimono | ©Pixabay
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