Skip to main content

Boxenluder – Die (ehemaligen) Raubkatzen der Hot Cars

Grid Girls oder Pit Babes – die eigentlich abgeschafften Boxenluder sind unsterblich. Es gibt reichlich und fantasievolle Bezeichnungen für die überaus sexy jungen Damen, die jeder als Grid Girls kennt.

Bekannt als Race Queen in Japan, Pit Babe in Großbritannien, Pretties in Thailand, Racing Model in Korea oder Boxenluder im deutschsprachigen Raum; unter Motorsportfreunden, den Sportreportern und auch unter den Fahrern waren die Meinungen zur Abschaffung der Boxenluder in der Formel 1 zunächst geteilt. Einige waren der Ansicht, das gelegentlich zu freizügige Outfit wäre sexistisch, würde vom Sport ablenken und nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Die Befürworter der Race Queens hielten dagegen, dass diese Ladys den Rennsport bereichern würden. Sie seien nach über 40 Jahren ein Teil der Kultur um schnelle Fahrzeuge. Und was nur wenige registriert haben, Pit Babes begeistern fast ebenso viele Frauen, wie Männer.

Die Entscheidung der Bosse, die Grid Girls in der Formel 1 in Rente zu schicken, hat sich inzwischen als wenig erfolgreich herausgestellt. Als im Mai 2018 der berühmte Große Preis von Monaco ausgetragen wurde, waren die Races Models wieder da. Wie Phoenix aus der Asche als Paddock Girls neu geboren, standen sie etwas weniger offenherzig bekleidet Spalier, als die Fahrer in ihre Boliden einstiegen und natürlich während der Siegerehrung.

Auch Singapore folgte dem Beispiel und ließ anstatt von alternativen Grid Kids wieder Pit Babes auflaufen, von denen jede ohne Weiteres an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen könnte. In der Zwischenzeit hatten Kinderschutzorganisationen bei John Todt, dem Präsidenten der FIA nachgefragt, warum man denn nun Kinder diesem Trubel und vor allem der ohrenbetäubenden Lautstärke aussetzen will? – das wäre doch wohl eher den Grid Girls zumutbar, die dafür ja auch nicht schlecht bezahlt werden.

Trotz der Verbannung der Grid Girls aus der Formel 1 müssen weibliche und männliche Fans der bildhübschen Pretties nicht darben. Nichts ist verloren. Ausgerechnet im texanischen Austin, auf dem ersten eigens für die Formel 1 gebauten Rennparcours in den Vereinigten Staaten, ging die neuste Erfindung der Austragungsorte zusammen mit den Fahrern an den Start. Die “COTA Girls” wurden strategisch und werbewirksam im Fahrerlager und entlang der Startpositionen der Formel 1-Boliden verteilt.

Laut Ross Bennett, dem aus Austin stammenden Designer des COTA Girl-Outfits, stehen die Ladys nicht unter der F1-Lizenz. Dieses einzigartige Arrangement bedeutet, dass Bennett einige Freiheiten bei der Gestaltung des COTA Girl-Looks ausnutzen konnte, ohne sich an Titelsponsor oder F1-Regeln halten zu müssen. Im Gegensatz zur sonst konservativen Einstellung der US-Amerikaner machte der Dress dieser Pit Babes im Cowboy-Style Spaß, war sexy und verkörpert zugleich den einzigartigen texanischen Stil.]

Boxenluder – früher und heute

Laut Renngeschichte war Rosa Ogawa das erste Pit Babe überhaupt. Rosa trat erstmals in den späten 1960er Jahren in Japan in Erscheinung, als sie den jubelnden Fans die Rennsieger präsentierte. Das kam derart gut an, dass kurz darauf kaum mehr ein Grand Prix ohne Grid Girls als Ikone gestartet wurde. Es war die Zeit von James Hunt, Ayrton Senna, Jochen Rindt, Jacky Ickx oder Clay Regazzoni und die der wilden Partys, die gelegentlich erst wenige Stunden vor Rennbeginn ein Ende fanden. Und es war die Blütezeit der sexy Race-Ikonen, die sich gekonnt und mit viel Sexappeal im Rampenlicht posierten.

Zugleich gelten die bildhübschen Trendsetter inoffiziell als Botschafter der Gastgeberländer, in denen die F1 an den Start geht. Der Erfolg der Grid Girls schwappte über. In der DTM, der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft, im Porsche Supercup, in den großen Klassen im Motorradrennsport gehören Pit Babes unbedingt zur Kulisse.

Gelegentliche sorgte das Outfit der Grid Girls für hitzige Diskussionen. Extreme Ausschnitte, die tief blicken ließen, Dekolleté-blitzende Tops und ultrakurze Mini-Röcke, kaum breiter als ein Gürtel, sorgten von Zeit zu Zeit für Empörung unter konservativen Sportfans. Eddie Jordan geriet einst unter massiven Beschuss, als er seine eigenen Pit Babes mit leuchtend gelben, sehr knappen Kostümen ausstattete. Er selbst hob das kurze Röckchen eines Grid Girls an, um der Kamera einen freien Blick auf das Logo des Hauptsponsors seines Rennstalls zu gewähren; zu sehen auf den spärlich bedeckten Pobacken. Dieses Bild ging um die Welt und Feministinnen auf die Barrikaden.

Grid Girls wurden zum Kult. Es gab jährlich gleich mehrere namhafte Unternehmen und Magazine, die einen Kalender mit sexy Motormiezen herausbrachten. Legendär ist der Pirelli-Kalender, der schneller ausverkauft war, als ein Konzert der Beatles. Dadurch wurden die anfangs etwas verrufenen Race Queens “salonfähig”. Stars von gestern, heute und solche, die gerne morgen gerne dazugezählt werden wollten, begannen Motorsportrennen zu besuchen. Oft als Einladung eines Rennteams getarnt, machten Sänger ungeniert Werbung für ihr neues Album und Schauspieler für den letzten Kinoflop.

Und einige Race Models können es in Sachen Berühmtheit glatt mit den Bond Girls aufnehmen. Dazu gehören Kelly Brook, Jodie Marsh, Emma Noble, Melinda Messenger und Nell McAndrew, die allesamt zu den Top-Verdienerinnen im Model-Business zählen. Und zum Superstar schaffte es Katie Price, die früher als Katie Jordan bekannt war. Das ehemalige Grid Girls von Eddie Jordan schwang sich auf zu einer TV-Persönlichkeit im englischen Fernsehen. Sie agierte außerdem als Model, Autorin, Sängerin, Designerin und als sehr erfolgreiche Geschäftsfrau.

Aufgaben vs. Augenschmauß

Die Aufgabenstellung für die Grid Girls wechselt mit jedem Land, was in der Regel mit den Landessitten und den klimatischen Bedingungen verbunden ist. Generell haben sie die Aufgabe, die Startnummer des ihnen zugeteilten Fahrers nach allen Seiten gut sichtbar anzuzeigen. Gelegentlich wird dieser Job erweitert und sie fungieren auch als Umbrella Girl; wenn es heiß wird oder regnet. Außerdem stellen die Boxenluder das Spalier, durch das die drei besten Fahrer nach dem Rennen zur Siegerehrung müssen.

Im Rahmenprogramm sind sie gern gesehene Gäste auf den offiziellen und inoffiziellen Partys der jeweiligen Rennserie. Deshalb werden Pit Babes nicht nur nach ihrem Aussehen ausgewählt. Sie müssen kommunikativ sein, eine gute Allgemeinbildung besitzen und sie müssen witzig sowie unterhaltsam sein. Diese Grundfähigkeiten wurden übrigens von Bernie Ecclestone selbst festgelegt, nachdem er in den 1970er Jahren mit einem Pit Babe sprach, die kaum den eigenen Namen fehlerfrei aussprechen konnte – so die Legende.

(Kein) Sexismus?

Zeitweise haben Grid Girls Empörung im Lager der Feministinnen ausgelöst und auch einige konservative Politiker, meldeten sich gelegentlich zu Wort. Auf die Frage, ob ihr Job nicht sexistisch sei, antwortete eine sehr knapp bekleidete Australierin in Melbourne schnippisch, sie würde am Strand, viel weniger anhaben. Und Melinda Messenger soll auf diese Frage geantwortet haben, es sei schließlich die Entscheidung der Girls, ob sie sich als Boxenluder präsentieren oder eben nicht. Und das Geld wäre für viele von ihnen der Start in eine bessere Zukunft, dann so könnten die Mädels gut ein paar Semester am Collage finanzieren.

Miss Tuning Wahl

Auf Rennstrecken, auf Messen und auf Veranstaltungen rund um das Auto oder Motorrad sind Pretties kaum wegzudenken. So auch am eigentlich gediegen-konservativen Bodensee, wo in der Messe Friedrichshafen die Tuning World ein weltweit beachtete Ausstellung ist.

Bereits zum 16. Mal stand die Wahl zur Miss Tuning an. Laura Fietzek aus dem Saarland eroberte als Miss Tuning 2018 die Pole Position. Im kommenden Jahr wird Laura im Rampenlicht stehen. Als Botschafterin der Tuning-Branche wird Sie auf Messen und Veranstaltungen in ganz Europa auftreten. und sie wird den inzwischen berühmten Miss Tuning Kalender 2019 zieren. Und als Gesicht der Tuning-Welt wird sie gemeinsam mit Prominenten- und Playboy-Fotograf Andreas Reiter den begehrten Miss Tuning-Kalender 2019 produzieren. Die 24-jährige sieht aufgeregt den die vielen neuen Herausforderungen entgegen, denen sie sich zukünftig für die Tuning-Branche stellen wird.
Und als zusätzliches Bonbon fährt sie nun einen brandneuen Nissan Micra. Der wurde gleich auf der Tuning World von G’stört Industries einem intensiven Facelifting unterzogen, was den kleinen Flitzer zum unikalen Hingucker macht.

Girls
Übersicht

FOLGT UNS AUF INSTAGRAM @dieautowelt

TOP