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Kostenloser Nahverkehr: Die Vor- und Nachteile der Maßnahme

Zug der Deutschen Bahn

Die Bundesregierung erwägt, den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr einzuführen. Zahlreiche Argumente sprechen dafür, doch die Kritiker dieser Maßnahme sind ebenfalls nicht im Unrecht.

Vorschlag der Bundesregierung

Der Bundesregierung droht zur Zeit eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, da die EU-Luftqualitätsgrenzwerte in 70 deutschen Städten anhaltend überschritten wurden. Verschiedene Maßnahmen sollen dabei helfen, diese Klage in letzter Minute abzuwenden und die Luftqualität in deutschen Städten nachhaltig zu verbessern. Damit wird dem Klima und auch der Lebensqualität der Bewohner ein großer Gefallen getan.

Einer der Vorschläge, der nun getestet werden soll, ist die Einführung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs. Dabei wird überlegt, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen die Busse und Bahnen so zu unterstützen und zu finanzieren, dass man kein Ticket mehr erwerben muss. Das soll zur Folge haben, dass weniger private Autos auf den Straßen fahren und mehr Menschen dazu motiviert werden, ihre täglichen Wege mit den öffentlichen Transportmitteln zu erledigen. Ein Brief der Umweltministerin Barbara Hendricks von der SPD, Kanzleramtsminister Peter Altmaier von der CDU und Verkehrsminister Christian Schmidt von der CSU sprechen von den Städten Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim, die als Testorte für die neuen Regelungen dienen sollen.

Öffentlicher Nahverkehr für lau: Das spricht dafür

Ein großes Argument für die Einführung eines deutschlandweiten kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs ist der Grund, der überhaupt zu der Idee geführt hat: Eine anhaltende und nachhaltige Verbesserung der Luftqualität. Dabei muss man sich überlegen, dass der Energieverbrauch bei einer Fahrt mit der Bahn oder dem Bus pro Person nur halb so hoch ist wie bei einer vergleichbar langen Autofahrt. In einigen Städten kann man im Sommer kaum noch tief einatmen, ohne husten zu müssen. Auch der Autoindustrie, die immer wieder Lösungen für das Problem verspricht, kann man in diesem Punkt nicht mehr vertrauen. Die Dieselaffäre hat dies bereits gezeigt.

Öffentlicher Nahverkehr

Sinkende Kosten für den Nahverkehr werden viele Menschen endgültig von den Vorteilen dieser Transportmittel überzeugen. Auch die soziale Mobilität profitiert von einem kostenlosen Nahverkehr. Die Durchmischung armer und reicher Viertel könnte vorangetrieben werden, wenn ein Stellenangebot nicht länger von teuren Anfahrtswegen abhängt. Ein weiterer Grund, der für die Einführung spricht, sind die zahlreichen Staus und mangelnden Parkplatzmöglichkeiten in den Innenstädten. Diesen Raum könnte man weitaus effektiver nutzen und nicht länger 8 Quadratmeter für einen Mittelklassewagen verschenken.

Gründe die dagegen sprechen

Obwohl der kostenlose öffentliche Nahverkehr für viele nach einem Traum klingt, durch den im Monat einiges an Geld gespart werden kann, ist es nicht ganz so leicht umsetzbar, wie das die Politik den Menschen weismachen will. Zu den Stoßzeiten herrscht bereits jetzt in vielen Städten ein hoffnungsloses Chaos, das durch eine mangelhafte Organisation des öffentlichen Nahverkehrs ausgelöst wird.

Überfüllter Bahnsteig

Es müssten nicht nur mehr Wagen zur Verfügung gestellt werden, sondern auch neues Personal eingestellt und geschult werden und neue Linien und Gleise gebaut werden. All das kostet zum einen Zeit, zum anderen aber auch Geld. Woher die Milliarden für diese Umbauarbeiten kommen sollen, weiß niemand so genau. Ein weiterer Punkt, der dagegen spricht, ist die Autoindustrie, die sich mit der Einführung des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs erst einmal entspannt zurücklehnen und ihre Verantwortung an einer Verbesserung der Luftqualität auf Jahre aufschieben könnte. Dadurch wäre allerdings nichts im Sinne einer langfristigen Verbesserung gewonnen.

Bildquelle:

  • Öffentlicher Nahverkehr: ©PIRO4D - Pixabay.com
  • Überfüllter Bahnsteig: ©3dman_eu - Pixabay.com
  • Zug der Deutschen Bahn: ©Didgeman - Pixabay.com
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