Noch mehr CO2 durch neue Autos

09.12.2016
CO2

Auf dem Papier stoßen neue Autos immer weniger CO2 aus und werden dadurch auch immer sparsamer. In der Realität wartet auf viele Autofahrer an der Zapfsäule eine unangenehme Überraschung. Denn nicht nur der Unterschied zwischen Altwagen und Neufahrzeugen steigt immer weiter, sondern auch der zwischen den theoretischen Angaben und der Realität. Im Schnitt beträgt die Differenz zwischen Herstellerangabe und Realverbrauch mittlerweile 42 %. Den Nachteil haben die Käufer und das Bundesfinanzministerium.

CO2 - Stau

Der Mehrverbrauch hat sich fast verdreifacht

Bereits in der Vergangenheit hing Automobilherstellern der Ruf an, es mit ihren Werten nicht ganz genau zu nehmen. Aber ein Vergleich zeigt: Wurden in der Vergangenheit manche Verbrauchszahlen „geschönt“, haben die derzeitigen Angaben dieses Feld bereits länger verlassen. 2006 waren es zwar bereits rund 15 %, die ein Neuwagen mehr als auf dem Papier verbrannte. 2011 stieg dieser Wert jedoch bereits auf alarmierende 23 %. Ein Grund, den Herstellern auf die Finger zu schauen und neue Richtlinien zu erlassen? Nein, denn das Problem wurde weiterhin jahrelang ignoriert und objektive Messungen nur sehr selten durchgeführt.

Dabei könnte und sollte politisch durchaus ein Interesse daran bestehen, solche Fehlangaben durch zuverlässige Tests und Rahmenbedingungen zu beseitigen. Denn die KFZ-Steuer wird über den CO2-Ausstoß ermittelt und zu niedrige Werte führen deshalb zu niedrigeren Staatseinnahmen. Doch unternommen wurde nichts, was viele Autokonzerne wohl als Bestätigung ihres Verhaltens interpretiert haben. Das Resultat: 2016 sind es im Durchschnitt bereits 42 %, die ein Neuwagen mehr verbraucht.

CO2 - Auspuff

Schlupflöcher ermöglichen Messungen fern der Realität

VW hat bei der Abgasmessung besonders dreist getrickst – und vor allem illegal. Legale Methoden werden hingegen von nahezu jedem Hersteller angewendet. Dazu gehört eine Fahrweise, die keinerlei Zusammenhang mit den realen Verhältnissen hat. Sehr langsame Beschleunigung, stetes und langsames Abbremsen und keine Geschwindigkeiten über 120 km/h – das schafft, wer im Alltag unter allen Umständen eine ökologische Ideallinie fährt, dabei rote Ampeln ignoriert und durch andere Verkehrsteilnehmer hindurch gleitet.

Viel schlimmer sind jedoch Tricksereien, die außerhalb des Labors schlicht lebensgefährlich wären: Voll aufgeblasene, optimierte Reifen, spezielle Batterien oder sogar nach außen versetze Bremsscheiben, um die Reibung zu minimieren. Dass solche Praktiken angewandt und nicht verboten werden, legt nur einen Schluss nahe: Keine Seite zeigt auch annähernd den Willen, gegen die derzeitigen Manipulationen ernsthaft vorzugehen. Die Autokonzerne nicht, weil sie die strengen Richtlinien erfüllen und natürlich um Kunden werben müssen. Die Politik nicht, weil kein Interesse daran besteht, in Konflikt mit Herstellern und Autofahrern zu geraten. Der Unterschied könnte deshalb weiter wachsen.

Bildquelle:

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