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Welche Kennzeichenarten gibt es?

Jedes Fahrzeug, dass bei uns in Deutschland am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen soll, muss unumgänglich mit einem gültigen Nummernschild ausgestattet sein. Während Du sicherlich täglich Kennzeichenschilder an PKW, Motorräder und Lastkraftwagen zu sehen bekommst, sind die Sonderformen, die deutschlandweit gelten, natürlich deutlich seltener. Wir erklären Dir in diesem Artikel, welche Kennzeichenarten es gibt, wobei wir hier ausschließlich die wichtigsten Grundformen aufgeführt haben.

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Einige Kennzeichenarten können durchaus auch miteinander kombiniert werden. So ist beispielsweise eine Kombination aus dem E-Kennzeichen für Elektrofahrzeuge mit grünen Kennzeichen möglich.

E-Kennzeichen für Elektrofahrzeuge

Halter von einem elektrisch betriebenen Fahrzeug können seit Ende September des Jahres 2015 Kennzeichenschilder beantragen, die mit dem Buchstaben “E” für Elektrofahrzeuge hinter der Unterscheidungsnummer gekennzeichnet sind. Zu den berechtigten Fahrzeugen, die diese Schilder offiziell nutzen dürfen, gehören ausschließlich reine Elektrofahrzeuge mit Batterie, Brennstoffzellenfahrzeuge sowie von außen aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge (Plug-in).

Nach dem aktuell geltenden “Elektromobilitätsgesetz” (EmoG) dürfen solche Fahrzeuge gebührenfrei parken oder z.B. auch Busspuren nutzen – zumindest insofern die örtlichen Behörden entsprechende Anreize zum Elektroauto-Kauf geschaffen haben. Derzeit arbeiten jedoch immer mehr Kommunen an einer entsprechenden Umsetzung.

Wechselkennzeichen

Wechselkennzeichen gibt es in Deutschland seit 2012. Bei solchen Kennzeichenarten verbleibt der rechte Teil stets am Auto, während der größere linksseitige Teil abnehmbar ist und somit ausgetauscht werden kann. So kann die linke Seite des Kennzeichens zwischen unterschiedlichen Fahrzeugen gewechselt werden. Im rechten Teil des Nummernschildes ist für jedes Fahrzeug ein Platz für eine eigene Ziffer vorgesehen. Das gesamte Nummerschild würde für das erste Fahrzeug beispielsweise “XY-AB 1/1” lauten und für das zweite Auto “XY-AB 1/2”.

Dieser Kennzeichentyp wurde ursprünglich dafür gedacht, um bei den Kunden einen Kaufanreiz für einen Neuwagenkauf zu schaffen, denn zuerst diskutierte man darüber, dass man die Versicherungsbeiträge für die KFZ-Haftpflicht sowie die KFZ-Steuern ausschließlich auf das teurere Fahrzeug erhebt. Allerdings wurden zur Einführung des Wechselkennzeichens keine finanziellen Vorteile umgesetzt, die nennenswert wären. Daher ist bis heute das Interesse an diesen Modellen immer noch sehr gering.

H-Kennzeichen für Oldtimer

Dieses Oldtimerkennzeichen gibt es seit Juli 1997 für alle Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und weitgehend im Originalzustand belassen wurden. Der Buchstabe “H” steht bei diesen Nummernschildern für “historisch”. Die Vorteile dieser Variante sind eine günstigere Besteuerung sowie besondere Versicherungsbedingungen.

Alle Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, können mit speziellen Oldtimerkennzeichen ausgestattet werden. Allerdings muss der Originalzustand des Autos noch weitestgehend vorhanden sein oder zumindest sollten größere Umbaumaßnahmen noch gut den Geist des jeweiligen Baujahres wiederspiegeln, denn so dient es der “Erhaltung des fahrzeugtechnischen Kulturgutes”. Darüber hinaus genügt keine normale Hauptuntersuchung, sondern es wird auch eine Abnahme durch einen Gutachter benötigt, der das Auto als Oldtimer einstufen kann.

  • Für Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind (es gilt der Monat und das Jahr der Erstzulassung).
  • Der PKW muss noch zum größten Teil seinen Originalzustand besitzen.
  • Eine zusätzliche Gutachter-Abnahme ist zwingend vorgeschrieben.
  • Fahrzeughalter profitiert von einigen Vorteilen (Vergünstigung bei Versicherung, Steuer, etc.)

Saisonkennzeichen

Im März 1997 wurden saisonal gültige Kennzeichenschilder eingeführt. Diese können für Fahrzeuge beantragt werden, die witterungsbedingt nicht ganzjährig gefahren werden können. Rechts besitzen diese Kennzeichenarten eingeprägte Ziffern. Diese geben an, zwischen welchen Monaten das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden darf. In den restlichen Monaten des Jahres muss es einen Parkplatz auf einem privaten Grundstück haben.

  • Für Fahrzeuge, die aufgrund der Witterung nur bestimmte Monate genutzt werden.
  • Die rechts eingeprägten Ziffern zeigen an, in welchen Monaten gefahren werden darf.
  • Ein abgemeldetes Fahrzeug muss immer auf einem Privatgrundstück abgestellt werden.

Export-, Ausfuhr- oder Wegwerfkennzeichen haben eine befristete Gültigkeit. Das Ablaufdatum der Haftpflichtversicherung ist am rechten Rand auf einem roten Farbstreifen eingeprägt. Unabhängig hiervon beträgt die Gültigkeit des Kennzeichens immer ein Jahr. Danach darf das Fahrzeug nicht mehr auf deutschen Straßen bewegt werden. Exportierte Fahrzeuge aus Deutschland können in anderen EU-Ländern in der regel solange mit dem Exportkennzeichen fahren, bis das Jahr komplett abgelaufen ist, sofern dort vor Ort eine entsprechende KFZ-Versicherung abgeschlossen worden ist.

  • Befristete Gültigkeit von einem Jahr.
  • Ablaufdatum ist rechtsseitig auf den Kennzeichenschildern eingeprägt.
  • Nach Ablauf besteht keine gültige Versicherung mehr, wodurch das Fahren strengstens verboten ist.

Kenzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge

Autos oder andere Fahrzeuge, die staatlich geförderten Zwecken zur Verfügung stehen, wie etwa Kranken- oder Behindertentransportfahrzeuge, können diese grünen Schilder beantragen. Auch an steuerfreien Anhängern, oder Landwirtschaftsfahrzeugen, die eine Geschwindigkeit von 25 km/h nicht überschreiten können, sind diese oft vorhanden.

  • Für Fahrzeuge, die staatlichen Zwecken zur Verfügung stehen.
  • Die Fahrzeuge dürfen nicht schneller als 25 km/h fahren können.

Kurzzeitkennzeichen

Seit 1998 ersetzen diese Kennzeichenschilder die ehemals roten Nummern, die zum einmaligen Gebrauch gedacht waren. Wenn ein nicht angemeldetes Fahrzeug auf der Straße bewegt werden soll – etwa um es beim TÜV vorführen zu können – muss es mit Kurzzeitkennzeichen ausgestattet werden. Dies wird von der Zulassungsbehörde entsprechend einer herkömmlichen Anmeldung berechnet, allerdings mit höheren Versicherungskosten. Kurzzeitkennzeichen sind maximal 5 Tage lang gültig, wobei die Frist deutlich mit Tag, Monat und Jahr auf einem gelben Streifen am Nummernschild gekennzeichnet ist. Die Nummer beginnt bei dieser Kennzeichenvariante immer mit einer “04”.

  • Kennzeichenschilder für den einmaligen Gebrauch.
  • Die maximale Gültigkeit beträgt 5 Tage.
  • Die Nummer des Kennzeichens beginnt stets mit den Ziffern “04”.

Händler-/ Werkstattkennzeichen

Rote Händlerkennzeichen gibt es seit 1998 und sie sind ausschließlich für Firmen im Autoservice und Autohandel vorgesehen. So können damit beispielsweise Zulassungs- und Probefahrten unternommen werden. Diese Nummer beginnt immer mit der “06”.

  • Ausschließlich für Autohändler und Servicefirmen.
  • Geeignet für Zulassungsfahrten.
  • Die Nummer beginnt immer mit der “06”.

Diplomatenkennzeichen

Diese Kennzeichenvariante beginnt stets mit einer Null für Diplomaten und für sonstiges Botschaftspersonal mit dem Kürzel der jeweiligen Verwaltung. Anschließend wird das Herkunftsland durch einen Ziffernblock angegeben. Die weiteren Zahlen geben meist den Dienstgrad des Halters an, wobei der Dienstgrad umso höher ist, je niedriger die Ziffer dargestellt wird.

  • Beginnen mit einer Null, wenn der Halter Diplomat ist.
  • Beginnen mit dem jeweiligen Kürzel der Verwaltung bei sonstigem Botschaftspersonal.
  • Der zweite Ziffernblock gibt den Dienstgrad an (je niedriger die Zahl, desto höher der Dienstgrad).

Bildquelle:

  • amerikanische-autokennzeichen: ©pixabay.com
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