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Zukunft von Opel: So dramatisch ist die Situation

Opel Hauptsitz in Rüsselsheim

Wie sieht die Zukunft von Opel aus? Die Entscheidungen fallen in Frankreich beim neuen Mutterkonzern PSA. Aber wie kam es überhaupt zu Opels Schieflage?

So steht es um den deutschen Automobilhersteller

Welches sind die gravierendsten Probleme von Opel und wie konnte es dazu kommen? Schon seit vielen Jahren schreibt Opel regelmäßig hohe Verluste. Auch die Übernahme durch den amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM) hat daran nichts geändert. Im Gegenteil, die Firmenpolitik der Amerikaner schrieb vor, dass Opel sich nur auf den europäischen Markt konzentrieren durfte. Eine Expansion in andere Märkte war untersagt. Zu groß war die Angst von GM vor selbstgemachter Konkurrenz im eigenen Konzern.

Zusätzlich hat Opel ein immer größer werdendes Image-Problem. Die Autos aus Rüsselsheim waren zu bieder und ohne modernes Ambiente. Eine groß angelegte, kostenintensive Image-Kampagne brachte nicht den erhofften und dringend benötigten Erfolg.
In den letzten zwanzig Jahren hat Opel etwa 30.000 Arbeitsplätze abgebaut. Der Marktanteil schrumpfte von 10 auf unter 6 Prozent.
Zur Zeit ist es Opel technisch nicht möglich, die strengen EU-Grenzwerte bei den Abgasen ab 2021 einzuhalten. Dadurch drohen Opel in der Zukunft empfindliche Strafzahlungen, die die Bilanz zusätzlich belasten würden.

Sanierungspläne nach starken Verlusten

Am 1. August 2017 wurde Opel an den französischen Konzert PSA (Peugeot Société Anonyme) verkauft. Die Franzosen forderten von der Geschäftsführung in Rüsselsheim, innerhalb 100 Tagen einen fundierten Sanierungsplan vorzulegen. Am 9. November gaben beide Autobauer auf einer Pressekonferenz die Details bekannt. Der Chef von PSA, Carlos Tavares, machte deutlich, dass Eile geboten ist. Die Situation sei dramatisch und erfordere konsequentes Handeln.

Unter dem Namen „Pace“ (engl.: Tempo) legte Opel einen engagierten Plan vor. Bis zum Jahr 2020 sollen 1,1 Milliarden Euro jährlich eingespart werden, bis 2026 sogar 1,7 Milliarden Euro pro Jahr. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen. Durch Abfindungen, Altersteilzeit und neue Arbeitszeit-Konzepte sollen die Lohnkosten gesenkt werden.

Opel Ampera-e fährt auf Straße

Die Modell-Anzahl wird deutlich reduziert. Durch gemeinsamen Einkauf und Produktion mit PSA sollen 700 Euro Herstellungskosten pro Auto eingespart werden. Die Modelle „Mokka“ und „Ampera-e“ werden eingestellt. Um die Umwelt-Auflagen der EU erfüllen zu können bietet man bis 2020 vier Modelle mit Elektroantrieb an. Bis 2024 ist geplant, sämtliche Modelle von Opel als E-Variante anzubieten. Auch zukünftig bleibt Opel unter einer eigenständigen Führung. Dabei spielt der Standort Rüsselsheim eine zentrale Rolle. Das Werk in Eisenach bleibt ebenfalls erhalten. Der zur Zeit hier gebaute „Mokka“ wird ab 2019 ersetzt durch eine neue Geländelimousine auf PSA-Grundlage.

Zukunft von Opel hängt an PSA

PSA will Opel in Zukunft deutlich internationaler ausrichten. Bis 2020 darf Opel unter der Führung von PSA nun endlich bis zu 20 neue Märkte erschließen. Ein Engagement in Brasilien und China wird ebenfalls geprüft. Bei der neuen, stark eingeschränkten Modell-Palette muss Opel sich auf nur noch zwei Plattformen beschränken. Sowohl diese als auch die zukünftigen Motoren liefert natürlich PSA. Die Umstellung von der amerikanischen GM-Technik wird beschleunigt. Damit ist die Zukunft von Opel stark abhängig von den Franzosen. Beide Parteien betonten, dass sie diesen Weg als den zur Zeit sinnvollsten hielten.

Bildquelle:

  • Opel Ampera-e fährt auf Straße: ©Opel Pressroom
  • Opel Hauptsitz in Rüsselsheim: ©Opel Pressroom
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