Skip to main content

Auto abgeschleppt – Was muss ich tun?

Du hast grade einen schönen Abend in einem Restaurant in der Innenstadt verbracht und möchtest jetzt nur nach Hause. Doch als Du den Parkplatz erreichst, musst Du feststellen, dass Dein Auto nicht mehr da ist. Du hast falsch geparkt und leider haben die Ordnungshüter kurzen Prozess gemacht: Sie haben beauftragt, dass Dein Auto abgeschleppt wird. Und jetzt? Was muss man tun, wenn der PKW weg ist?

abschlepper-mit-auto-beladen

Die richtige Antwort auf diese Frage lautet: Du rufst die Polizei – und zwar nicht die 110! Diese Rufnummer ist ausschließlich für Notfälle gedacht und auch wenn es sich Deiner Meinung nach um einen solchen handelt, werden die zuständigen Kommissare das sicherlich ganz anders sehen. Wähle stattdessen die Nummer des ansässigen Polizeikommissariats. Google kann Dir hier grundsätzlich weiter helfen, wenn Du in diesem Moment nicht die Rufnummer der Polizeidienststelle weißt.

Es gibt in dieser Hinsicht jedoch noch ein besonderes Manko: In der Regel werden deutlich häufiger Ortsfremde Personen abgeschleppt. Dies liegt daran, dass Einheimische durch die Polizei relativ schnell lokalisiert werden können, damit das Unheil letzten Endes noch abgewandt werden kann. Theoretisch können die Kommissare zwar auch Fahrzeughalter ermitteln, die nicht aus der Gegend kommen, allerdings funktioniert dies nicht auf dem kurzen Dienstweg. Ortsfremde Kennzeichen werden daher oft zuerst abgeschleppt, bevor überhaupt ein Ermittlungsversuch der zuständigen Polizisten stattfindet.

Damit Du beim Gespräch mit der Polizei gleich die Passenden Informationen parat hältst, solltest Du den Straßennamen kennen, wo Du Dein Auto abgestellt hast. Es sollte klar sein, dass die Beamten keinerlei Interesse daran haben, sich von Dir eine Entschuldigungslitanei anhören zu wollen. Denen ist auch durchaus klar, wie verärgert Du bist. Die zuständige Polizeidienststelle wird nun ermitteln, wohin Dein Auto abgeschleppt wurde und Dir die erforderlichen Informationen geben. Sollte es nicht abgeschleppt worden sein, sondern solltest Du Opfer eines Diebstahls geworden sein, erfährst Du das direkt jetzt am Telefon. In diesem Fall ist das Abschleppen immer noch die deutlich bessere Variante.

Extra-Tipp:
Frage bei der Gelegenheit am besten auch gleich, welche Abschlepppreise ortsüblich sind, damit Du Dich nicht nur auf die Rechnung des Abschleppunternehmens verlassen musst.

Bevor Du dann bei dem Abschleppdienst anrufst, solltest Du Dir auf einer Karte anschauen, wo dieses Unternehmen zu finden ist. Überlege Dir, wie lange Du in etwa brauchst, um die Firma zu erreichen und wie genau Du dort hinkommen möchtest. Während Du an einem Werktag zu den üblichen Geschäftszeiten einfach den Appschleppdienst direkt aufsuchen kannst, solltest Du am Wochenende oder in der Nacht einen Abholtermin für Dein Fahrzeug vereinbaren. Damit Dir Dein PKW ausgehändigt wird, musst Du Deinen Personalausweis, den Fahrzeugschein sowie eine Menge Geld vorlegen.

Abschleppgründe

Oft werden Fahrzeuge aufgrund des Falschparkens abgeschleppt. Wer an offensichtlichen Stellen wie einer Feuerwehrzufahrt sein Auto abstellt, muss unweigerlich damit rechnen, dass es auch rechtmäßig abgeschleppt wird. In den seltensten Fällen führt es hier zum Erfolg, Wiederspruch einzulegen, denn der falsch abgestellte Wagen wurde von den zuständigen Polizisten genau dokumentiert. Doch auch wenn der PKW für längere Zeit ordnungsgemäß abgestellt wurde, kann er unter Umständen abgeschleppt werden. Insofern wenn beispielsweise an dem jeweiligen Parkplatz in der Zwischenzeit eine Baustelle errichtet wurde, kann die Polizei den PKW abschleppen lassen, wenn dieser im Weg steht. Auf solche Maßnahmen muss jedoch der Bauherr vier Tage vorher durch ein gut sichtbares Hinweisschild hinweisen. Solltest Du also beispielsweise in den Urlaub fahren, ist es besser, jemanden darum zu bitten, ab und zu einen Blick auf Dein geparktes Auto zu werfen.

Darauf dass Du das Halteverbotsschild übersehen hast, kannst Du Dich nur in genau wenigen Fällen berufen. Sollte das entsprechende Schild z.B. verschneit oder verdreckt gewesen sein, musst Du an einem solchen Schild rütteln bzw. es säubern, damit Du die Auskünfte lesen kannst. Genau so hält es der Gesetzesgeber für angemessen. Wurde das Schild hingegen von einem Baum oder Büschen verdeckt, hat in diesem Fall die Ordnungsbehörde Sorge dafür zu tragen, dass das Schild wieder erkenntlich gemacht wird. Sollte es diesbezüglich zum Streitfall kommen, solltest Du unter Umständen Kontakt mit einem Verkehrsanwalt aufnehmen. Selbst die bekannten Zettel hinter der Windschutzscheibe verhindern nur in den wenigsten Fällen, dass es tatsächlich zum Abschleppen kommt, es sei denn, Du hast Deinen genauen Aufenthaltsort sowie Deine Handynummer darauf hinterlegt. Zudem muss dann auch sichergestellt sein, dass Du innerhalb kurzer Zeit den PKW erreichen kannst.

Auto weg – so verhältst Du Dich richtig:

  • 1. Melde dich bei der örtlichen Polizeidienststelle, um zu erfahren, ob und wohin Dein Auto abgeschleppt wurde.
  • 2. Begib Dich umgehend zum Abschleppdienst oder vereinbare einen Abholtermin.
  • 3. Unter Umständen besteht zwischen der Polizei und dem Abschleppdienst eine Übereinkunft, sodass die Polizei für Dich finanziell in Vorkasse getreten ist. Du musst diese Kosten dann bei der Polizei begleichen. Begib Dich umgehend zum Abschleppdienst oder vereinbare einen Abholtermin.

Kosten wenn du abgeschleppt wirst

Die Kosten, die für das Abschleppen auf Dich zukommen, variieren von Stadt zu Stadt. Jede Kommune kann selbst regeln, welche Maßnahmen in solchen Fällen durchgeführt werden. Für das Abschleppen des Fahrzeugs und dessen Verwahrung über 24 Stunden, sind Preise zwischen rund 100 Euro und 300 Euro normal – je nach Stadt. Zudem gibt es auch Wochenendzuschläge, die meist äußerst teuer sind. Solltest Du Dich weigern, diesen Betrag innerhalb der Frist zu bezahlen, droht die Stadt mit einer Zwangsvollstreckung, die natürlich zusätzlichen viel Geld kostet. Darüber hinaus musst Du natürlich auch noch mit einem Bußgeldbescheid rechnen, denn schließlich wird auch die Polizei nicht einfach diesbezüglich ein Auge zudrücken.

Drei Beispiele für die preislichen Unterschiede:

  • Koblenz: Rund 100 Euro
  • Hannover: 170 Euro
  • Hamburg: Ca. 300 Euro

Was tun und was ist zu beachten?

Sollte es an Deinem Fahrzeug während des Abschleppens zu Schäden gekommen sein, ist dafür die Polizei haftbar zu machen – zumindest insofern Du beweisen kannst, dass der Kratzer oder die Beule nicht schon vorher vorhanden war. Wurde der gesamte Abschleppvorgang privat in Auftrag gegeben, weil Du beispielsweise eine Privateinfahrt zugeparkt hast, haftet der Abschleppdienst im Falle eines Schadens.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Polizei haftet für eventuelle Schäden an Deinem PKW.
  • Bei einem Privatauftrag haftet hingegen das Abschleppunternehmen.

Bildquelle:

  • abschlepper-mit-auto-beladen: #158658558 ©Tom Bayer, Fotolia.de
Ratgeber
Übersicht

Verwandte Beiträge


FOLGT UNS AUF INSTAGRAM @dieautowelt

TOP