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Auto überbrücken: In 7 Schritten zur Starthilfe

Altbekanntes Szenario: Die Autobatterie ist leer und der fahrbare Untersatz springt nicht mehr an. Da hilft es nur noch den Wagen zu überbrücken. Wir verraten in diesem Ratgeber Schritt für Schritt, wie sich der Wagen überbrücken lässt und die Fahrt weitergehen kann.

starthilfe-überbrückung

Die richtige Starthilfe in der Schritt-für-Schritt-Übersicht

1. Die Klemme des roten Starthilfekabels an das Spenderfahrzeug anschließen (Minuspol)
2. Die Klemme des roten Kabels mit der entladenen Batterie verbinden (Pluspol)
3. Die Klemme des schwarzen Kabels mit der Spenderbatterie verbinden
4. Die zweite Klemme des schwarzen Kabels an den Empfängerwagen (Massepol) anschließen
5. Das Spenderfahrzeug starten
6. Den Liegenbleiber starten
7. Nach erfolgreicher Starthilfe die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder abnehmen

Im Winter steigt die Zahl der Liegenbleiber

Sobald sich der Winter breitgemacht hat und die Temperaturen in den Minus-Bereich fallen, haben die Pannenhelfer wieder Dauerbetrieb, wenn es darum geht Autos zu überbrücken. Die niedrigen Temperaturen sorgen dafür, dass die Batterien an ihre Grenzen stoßen. Und sobald die Batterie leer ist, kann der Wagen ohne Starthilfe nicht mehr anspringen. Die Starthilfe kann man sich jedoch selbst besorgen, da der Prozess kein Hexenwerk ist. Alles was man dafür benötigt, ist ein Spenderfahrzeug und ein Starthilfekabel.

Achtung: Beide Batterien müssen dieselbe Spannung aufweisen. Das sind beim PKW 12 Volt.

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass sich die Wagen nicht berühren, da sonst Kurzschlussgefahr besteht. Sofern sich keine Batterie unter der Motorhaube des betroffenen Wagens befindet, ist das kein Grund zur Panik. Denn viele moderne Autos wie zum Beispiel die C-Klasse von Mercedes sind zwar nicht mehr mit Batterien ausgestattet, weisen aber dafür einen Plus- und einen Minuspol im Motorraum auf. Zur Not kann man auch auf die Betriebsanleitung des Wagens zurückgreifen. Diese gibt ebenfalls Aufschluss darüber, wie der Wagen richtig überbrückt wird.

Auf die richtige Reihenfolge achten

Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Starthilfekabel in der korrekten Reihenfolge angeschlossen werden. Sonst kann es passieren, dass die Batterie Schaden nimmt. Die Motoren bleiben zur Starthilfe zunächst ausgeschaltet. Zuerst verbindet man die beiden Pluspole mit dem roten Kabel. Dabei ist auf die Reihenfolge zu achten: Erst wird das Kabel mit dem Spenderauto und anschließend mit dem Wagen mit entladener Batterie verbunden. Bei welchem Pol es sich um den Pluspol handelt, ist in der Regel deutlich zu erkennen: Dabei handelt es sich meistens um ein Symbol, welches in Kunststoff eingearbeitet ist. Nun wird das schwarze Kabel zuerst an das Spenderfahrzeug angeschlossen. Und zwar an den Minuspol. Anschließend wird das schwarze Kabel an einen Massepunkt des liegengebliebenen Wagens angeschlossen. Das kann zum Beispiel ein Metallteil sein, welches sich direkt im Motorraum befindet. Es ist sehr wichtig, dass diese Reihenfolge eingehalten wird, damit die Batterie keinen Schaden nimmt.

Tipp: Es ist sinnvoll das im Auto befindliche Starthilfekabel mit Klebeband zu fixieren. Auf diese Weise erspart man sich im Ernstfall den unerwünschten Kabelsalat. Sobald alles richtig angeschlossen ist, kann im Spenderfahrzeug der Motor gestartet werden. Kurz darauf kann dann auch der Motor des Liegenbleibers gestartet werden.

Achtung: Das Anlassen sollte nicht länger als 15 Sekunden dauern. Anschließend wartet man etwa eine Minute. Es ist wichtig, dass das richtige Kabel verwendet wird.

Starthilfe geben – Die richtige Ausrüstung

Sofern die Starthilfe erfolglos blieb, kann es sein, dass die falsche Ausrüstung verwendet wurde. Denn für eine erfolgreiche Starthilfe sind nicht nur die geeigneten Kabel, sondern auch die richtige Vorgehensweise von großer Bedeutung. Schon der Kabelquerschnitt, welcher zu klein ist, kann dem Betroffenen bereits einen Strich durch die Rechnung machen. Deshalb sollte man lieber auf Nummer sicher gehen und darauf achten, dass der Querschnitt einen Durchmesser von 16 mm² oder mehr aufweist. Handelt es sich um einen Wagen mit einem größeren Hubraum, sollte der Durchmesser deutlich mehr, also mindestens 25 mm² betragen.

Die erfolglose Starthilfe kann aber auch an einem zu schwachen Ladekabel liegen. Deshalb empfiehlt es sich, ein Kabel mit der DIN 72.553 zu verwenden. Alternativ wird dies auch als ISO-Norm 6722 angegeben.

Ist die Starthilfe geglückt, heißt es nun: Batterie laden.

In den meisten Fällen kommt die Ausrüstung zur Starthilfe im Winter zum Einsatz. Aus diesem Grund rät der ADAC allen Autofahrern, auf die Biegsamkeit der Kabel zu achten. Dies hat den einfachen Hintergrund, dass das Material bei kalten Temperaturen verhärten kann. Und auch auf das Vermeiden von Verletzungen sollten Autofahrer achten. Zum Beispiel, indem ausschließlich Polzangen aus Kunststoff verwendet werden. Es sollte also darauf geachtet werden, dass nur die Spitzen der Zangen aus Metall bestehen. Nach geglückter Starthilfe müssen die Kabel wieder entfernt werden. Und zwar in umgekehrter Reihenfolge. Bei diesem Prozess können Spannungsspitzen entstehen. Deshalb empfiehlt es sich einen starken elektrischen Verbraucher im überbrückten Auto einzuschalten. Das könnte zum Beispiel die Heckscheiben-Heizung sein. Auf diese Weise lassen sich die Spannungsspitzen abfangen. Nun muss die Batterie wieder aufgeladen werden. Das klappt am besten, wenn der Autofahrer eine längere Überlandfahrt zurücklegt, da das Fahren im Stadtverkehr nicht ausreicht, um die Batterie wieder aufzuladen.

Kann der Wagen auch mit dem Zigarettenanzünder überbrückt werden?

Der 12-Volt-Stecker im Wagen kann für Vieles genutzt werden, aber leider nicht wenn es sich um die Überbrückung eines liegengebliebenen Wagens handelt.

Viele Online-Händler werben auf ihren Plattformen mit Starthilfekabeln, welche dazu geeignet sind, die Batterie über den Zigarettenanzünder wieder aufzuladen. Und zwar ohne, dass dazu die Motorhaube geöffnet werden muss oder sich der Betroffene mit den Polen konfrontieren muss. Dazu wird ein spezielles Kabel verwendet, um die 12-Volt-Buchsen des Spender- und des Empfängerautos zu verbinden. Ist dies geschehen, wird der Motor des Spenderwagens gestartet. Dieser sollte dann für mindestens 10 Minuten laufen. In dieser Zeit, so werben die Anbieter, lädt sich die Batterie wieder auf. Der ADAC rät allerdings von dieser Variante ab, da diese zum einen oftmals nicht funktioniert und zum anderen die Umwelt durch den laufenden Motor belastet. Zwar werden inzwischen schon Lösungen angeboten, mit denen sich der benötigte Strom schneller übertragen lässt, allerdings warnt der Automobilclub auch in diesem Fall: Die Zigarettenanzünder sind für derartig hohe Ströme nicht ausgelegt.

Bildquelle:

  • starthilfe-überbrückung: ©pixabay.com
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