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Autoreifenverschleiß – Wann ist die Zeit zum Wechseln?

Autoreifenverschleiß ist ein wichtiges Thema unter Autofahrern. Wann müssen Reifen gewechselt werden? Ein großer Irrglaube über die Profiltiefe führt zu Unfällen. Lese, welche Fehler Du vermeiden kannst.

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Mindestprofiltiefe

Der Gesetzgeber gibt vor, wieviel Gummiprofil mindestens noch auf dem Reifen vorhanden sein muss. Diese Höhe steht in § 36 Abs. 2 StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung).
Das Hauptprofil soll nie weniger als eine Profiltiefe von 1,6 mm haben. Natürlich gilt das für jede Stelle des Profils am Reifenumfang.

Was ist das Hauptprofil? Damit sind die mittleren Profilrillen gemeint, welche die Lauffläche zu Dreiviertel ausmachen. Wozu ist die Mindestprofiltiefe gedacht? Sie soll sicherstellen, dass Dein Auto noch ausreichend gut auf der Straße haftet.

Winterreifen sind dafür gemacht, dass Du auch auf Schnee noch gut Gripp hast. Wenn das Profil aber nur 1,6 mm tief ist, kann sich nicht viel Schnee zwischen den Rillen im Profil festsetzen. In der Folge fährst Du sehr schnell Schnee auf Schnee. Das ist gefährlich, kaum genug Straßenreibung dann stattfindet. Du rutschst viel schneller.
Darum sagen KFZ Spezialisten, die 1,6 mm Mindestprofiltiefe ist viel zu gering für Winterreifen. Sie schlagen vor, Winterreifen bereits ab einer Tiefe von unter 4 mm nicht mehr zu benutzen.

Warum ist der Glaube an die Mindestprofiltiefe noch gefährlich?
Weil es auch noch andere Schäden an den Reifen geben kann. Die führen ebenfalls zu schlechterem Fahrverhalten. Dein Bremsweg wird länger und es besteht die Gefahr, einen Platten zu bekommen. Gleichzeitig hast Du immer auch die Gefahr, durch eines dieser Probleme einen Unfall zu bauen.

Dein Reifen muss auch weg, wenn er Schnitte zeigt; sich die Lauffläche löst; Du schon siehst, dass der Reifen irgendwie verformt ist oder sich an Stellen Deiner Karosserie reibt. Überdies ist ein Grund, Autoreifen zu wechseln, wenn sie unterschiedlich stark an einer Achse abgenutzt sind.

Der TÜV fordert Dich außerdem auf, neue Reifen aufzuziehen, wenn die Kennzeichnung nicht mehr zu lesen ist. Viel gefährlicher sind die Schäden an Reifen, die Du gar nicht sehen kannst. Reifen sind nicht ewig haltbar.

Zeitlicher Verschleiß – Wie alt dürfen Neureifen sein?

Gummi ist geschmeidig. Es verformt sich und kann sich nach Belastung und Druck verformen. Diese Elastizität funktioniert ähnlich wie in der menschlichen Haut: Bei zu wenig Flüssigkeit wird das Material rissig. Es ist weniger Widerstandsfähig und flexibel. Mit der Zeit sorgen Lichteinstrahlung und Temperaturen dafür, dass die Feuchtigkeit aus dem Reifen weicht.

Wusstest Du schon? Wenn Du Dir neue Reifen kaufst, hast Du Recht darauf, dass die Reifen nicht älter sind als drei Jahre.
Nur weil Du Autoreifen neu kaufst, sind sie nicht erst gestern gefertigt worden. Das Problem ist, dass selbst bei sachgerechter Lagerung der Zahn der Zeit an ihnen nagt.
Fachleute raten bereits nach fünf Jahren zu einem Reifenwechsel. Das Gesetz schreibt aber nicht vor, wie alt Reifen sein dürfen.

Ausnahme: Reifen an Anhängern, mit denen Du bis 100 km/h fahren kannst, dürfen nicht älter sein als 6 Jahre.

Du erkennst, wann der Reifen produziert worden ist an nur vier Zahlen. Suche auf deinem Reifen nach den Buchstaben DOT. Darauf folgen jetzt Ziffern und Nummern zum Herstellerkürzel und der Reifengröße. Danach kommen noch vier Zahlen. Die vorletzten zwei Zahlen stehen für die Woche und die letzten für das Jahr. Heißt, wenn Du die Kombination 2415 findest: Hergestellt in der 24. Kalenderwoche im Jahr 2015.

Ozonrisse – die unsichtbare Gefahr

Durch Ozonbelastung kommt es zu Rissen. Das passiert, weil die Polymere im Gummi mit der Ozonbelastung reagieren und bei der Reaktion ihre Anordnung stellenweise verändern. Das Ergebnis sind kleine Risse, die aussehen wie spröde Haut. Oft kannst Du die Risse nicht einmal mit dem bloßen Auge sehen.
Sie sind deshalb gefährlich, weil Luft entweichen kann. Dadurch ändert sich der Reifendruck unbemerkt und damit dann das Fahrverhalten, Die Unfallgefahr steigt. Dann kann ein Ozon Riss begünstigen einen Platten zu bekommen. Im schlimmsten Fall geht der Reifen auf der Autobahn kaputt.

In Fachkreisen ist man sich darum einig, dass selbst die beste Pflege keinen Reifen älter als 10 Jahre werden lässt.

Exkurs: Runderneuerte Reifen

Autoreifen wechseln ist teuer. Warum also nicht einfach die Angebote der generalüberholten Reifen nutzen?
Da spricht gesetzlich nichts gegen. Schließlich wird jeder Autoreifen in Deutschland nur einmal erneuert. Zudem kommen nur Markenreifen überhaupt in die Runderneuerung.
Alle Angebote entsprechen den ECE-Richtlinien für Reifen. Dennoch wird bei dem Erneuerungsprozess auf eine alte Karkasse nur neues Profilgummi aufgetragen. Du kannst nicht sagen, ob die Karkasse selber in Ordnung war.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Du bei einem Reifensatz die gleichen Karkassen erhältst. Eigentlich fährst Du dann also mit vier unterschiedlichen Reifen. Das ist nicht gut für Dein Bremsverhalten und auch nicht für die sonstige Fahrweise. Mindestens an einer Achse sollten die Reifen gleich sein.

Tipp: Die neuen Reifen der Hersteller, welche bereits fast drei Jahre im Lager warten, sind oft genauso preiswert wie die runderneuerten Autoreifen!

So schonst du deine Reifen

Deine Reifen sind dauerhaft Licht, Luft, Feuchtigkeit, Ozon und Belastung durchs Fahren ausgesetzt. Mit wenigen Handgriffen kannst Du die Haltbarkeit Deiner Reifen beeinflussen. So sollte sich der Zustand solange gut halten, dass Dein Profil heruntergefahren ist, bevor der Reifen aus Altersschwäche gewechselt werden muss.

1. Schaue einmal die Woche nach dem Reifendruck. So erkennst Du schnell, ob Du schleichend Luft verlierst.
2. Stelle den Reifendruck auf Deine Beladung und die Jahreszeit passend ein. So liegt der Reifen immer richtig auf und nutzt sich gelichmäßig ab. Bei zu wenig Reifendruck etwa ist Innen mehr Profil weg.
3. Meide Bordsteine: Nicht gegenfahren und beim Parken nicht berühren oder seltsam schräg draufstehen. Sonst ist der Druck an einer Stelle zu heftig und kann Folgen nach sich ziehen.

Pflegemittel für Reifen

Gegen mechanische Schäden an Reifen kannst Du einen Schutzfilm aus Wachs aufbringen. Der korrekte Name dafür ist statisches Alterungsschutzmittel. So verhinderst Du Abrieb am Gummi, wenn Du mit dem Reifen doch einmal gegen einen Bordstein fährst. Auch Einschnitte können bis zu einem gewissen Grad verhindert werden.

Gegen den Einfluss von chemischen Reaktionen mit Materialien im Reifen hilft ein dynamisches Alterungsschutzmittel. Hierin sind Stoffe enthalten, die reaktionsfreudiger sind als die im Reifen. So bleiben die Polymere im Gummi unberührt und der Reifen heile.

Reifen sind sicherheitsrelevant. Mit ihnen hast Du den einzigen Kontakt zur Straße. Kein gutes Bauteil, um auf den totalen Verschleiß zu warten. Schaue aktiv nach den oberen Kriterien nach, wann es Zeit für Dich ist, Deine Autoreifen zu wechseln.

Bildquelle:

  • mann-wechselt-autoreifen-in-der-werkstatt: ©pixabay.com
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