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Autoscheiben tönen: so geht’s und das musst Du darüber wissen

Autscheiben tönen Audi

Getönte Autoscheiben dienen als Blend-, Blick- und Hitzeschutz und geben dem Auto eine gewisse Optik. Beim Autoscheiben tönen solltest Du  gewisse Regeln beachten.

Getönte Scheiben sind seit Jahren beliebt, denn die abgedunkelten Scheibenflächen wirken an einem Fahrzeug nicht nur nützlich, sondern erregen durch die Optik auch eine hohe Aufmerksamkeit. In ihrer Nutzung schützen sie das Innere eines Fahrzeugs vor Hitze und dienen zusätzlich als Blend- und Blickschutz.

Bei den Fahrzeugscheiben gelten im Zusammenhang mit der Scheibentönung bestimmte Vorschriften bezüglich der Straßenverkehrsordnung und der Zulassung. Beim Autoscheiben tönen müssen diese aus Gründen der Sicherheit unbedingt eingehalten werden, da sonst ein Bußgeld drohen kann.

Vorteile von getönten Autoscheiben

Getönte Autoscheiben gibt es schon seit vielen Jahren auf dem Markt. Grundsätzlich haben sie zwei Funktionen: Eine nützliche und eine optische Funktion. Gerade die Optik spricht viele Menschen an. Anfangs mystisch und geheimnisvoll konnte man die ersten getönten Scheiben bei getunten Fahrzeugen sehen. Die Folie sollte die “Rennwagen-Optik” unterstreichen und auch eine gewisse Aggressivität ausstrahlen.

Erst später wurde die Tönung von Scheiben auch von der Autoindustrie übernommen, sodass viele Fahrzeuge heutzutage serienmäßig eine Scheibentönung haben. Viel mehr als die Optik hat die Tönung von Autoscheiben einen nützlichen Zweck.

Zum einen dient die Folie gerade bei dunklen Fahrzeugen und heißem Klima als Hitzeschutz. Die Strahlen der Sonne werden durch die Tönung der Folie ein Stück weit abgehalten, so dass das Fahrzeug nicht so stark aufheizt. Ein weiterer Vorteil ist der Blendschutz. Auch wenn die Tönung an den vorderen Seiten- und der Frontscheibe nicht erlaubt ist, so kann die Folie an der Heckscheibe sowie an den hinteren seitlichen Fenstern beim Rückwärtsfahren als Blendschutz dienen.

Zuletzt dienen getönte Autoscheiben als Sichtschutz. Durch ihre starke Tönung kann man von außen nur schwer erkennen, was sich im Inneren des Fahrzeuges befindet. Das gilt besonders für Taschen, Handys und andere wertvolle Sachen. Somit bietet die Scheibentönung auch einen Schutz vor Einbruch.

Welche Techniken gibt es zum Scheiben tönen

Beim Scheiben tönen gibt es drei Techniken: Tönungsfolien, Glascoating und Scheibentausch. Bei den Tönungsfolien gibt es mehrere Varianten. Hierbei kannst Du entscheiden, ob Du eine Tönungsfolie mit oder ohne Wärmeschutz haben möchtest. Ohne Wärmeschutz bedeutet, dass die Folie nur als Sichtschutz dient. Bei den Folien mit Wärmeschutz werden alu- oder keramikmetallisierte Schutzfolien verwendet, die die Wärme zurückweisen. Diese sind gegenüber den Sichtschutzfolien teurer.

Der Vorteil bei den Folien liegt darin, dass die Fenster nicht ausgebaut werden müssen und Du die Folien jederzeit wieder lösen kannst. Die Folierung ist auch das am häufigsten genutzte Verfahren. Beim Glascoating werden die Scheiben demontiert und mit einem farbigen Gemisch aus Wasser und Kunststoff bedampft. Allerdings ist dieses Verfahren nicht TÜV geprüft, so dass hierbei auch keine Abnahme erfolgt. Der Scheibentausch erfolgt durch ein Austauschen der Fahrzeugscheiben durch getönte Originalscheiben der Hersteller. Dieses Verfahren ist zwar vom TÜV genehmigt, aber von allen drei Varianten die teuerste Technik.

Welche Autoscheiben darf man tönen

Bei der Tönung der Autoscheiben gibt es klare Richtlinien, welche Scheiben eines Fahrzeuges nachträglich getönt werden dürfen und welche nicht. So gilt der Grundsatz, dass das Sichtfeld des Fahrers, also die Windschutzscheibe sowie die vorderen Seitenfenster, in keiner Weise nachträglich getönt werden dürfen.

Wer mit getönten Scheiben im Sichtfeld erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen, die bis zur Löschung der Betriebserlaubnis führen können. Erlaubt sind die Fenster, die nicht im Sichtfeld des Fahrers liegen. Das betrifft die Autoscheiben, die hinter der B-Säule liegen. Das betrifft auch die Seitenscheiben im Bereich der C- und D-Säule sowie die Heckscheibe. Alle Scheiben, die sich vor der B-Säule befinden und somit auch an die A-Säule angrenzen, dürfen nicht nachträglich getönt werden. Scheiben, die in diesem Bereich getönt sind, dürfen dieses nur vom Werk aus und sind vom TÜV geprüft und abgenommen.

Du kannst auch Dein Glasdach nachträglich mit einer Schutzfolie tönen, da es sich um kein Sichtfeld handelt.

Wie dunkel darf die Scheibentönung sein

Bei den Tönungsfolien gibt es unterschiedliche Tönungsstufen. Um Dir ein genaues Bild über die Tönungsstufen zu machen, solltest Du Dir die Folien bei einem Fachhändler vor Ort anschauen und Dich nach Deinen Wünschen oder Bedürfnissen hin beraten lassen. Tönungsfolien gibt es von ganz hell bis tiefschwarz mit einem maximalen Tönungsgrad von bis zu 95 Prozent und einer entsprechenden Lichtdurchlässigkeit von 5 Prozent. Alle Werte mit einem Tönungsgrad über 95 Prozent sind nicht zulässig und können, wie schon bei der Tönung von nicht zulässigen Autoscheiben, zu teuren Strafen führen.

Autoscheiben selbst tönen

Grundsätzlich kannst Du Deine Fahrzeugscheiben auch selbst tönen. Allerdings besteht hierbei die Gefahr, dass es schnell zu Fehlern kommen kann, wenn man dieses nicht von einem Profi machen lässt. Bei den meisten Fehlern handelte es sich um Blasenbildung. Diese hat wiederum zur Folge, dass sich die Folie lösen kann.

Möchtest Du aber dennoch die Kosten für eine Werkstatt sparen, kannst Du Dir eine Schritt für Schritt Anleitung im Internet anschauen. Allerdings sind hierbei neben der Folie einige Geräte zur Anbringung notwendig, wie zum Beispiel ein Drucksprüher, Heißluftgebläse, Staubbindetuch und ein Profi Rakel.

Ist die Folie einmal ausgepackt und zugeschnitten, wird es auch keine Reklamation oder einen Umtausch geben. Auch eine nachträgliche Korrektur von Blasen oder dem Haften der Folie, wird in einer Werkstatt kaum möglich sein. Hierbei benötigst Du in der Regel eine neue Folie.

Zum Scheiben tönen in die Werkstatt

Hast Du Dich doch für einen Weg in die Werkstatt entschieden, musst Du mit deutlich mehr Kosten rechnen, als es selbst zu machen. Bei den Kosten kommt es zunächst darauf an, ob Du nur eine oder alle erlaubten Scheiben tönen lassen möchtest.

Im Anschluss geht es um die Art und den Tönungsgrad der Folie. Schließlich kommt noch die Arbeitszeit des Folierers dazu. So legen die Kosten für einen Kleinwagen in Summe bei etwa 150 Euro. Mit 250 Euro musst Du bei einem Kombi rechnen, mit 300 Euro bei einem SUV und mit 350 bis 400 Euro bei einem Van. Ein Tausch der kompletten Original-Fahrzeugscheibe vom Werk aus kostet ab 600 Euro. Allein aus Gründen der Garantie empfiehlt es sich, die Scheiben in der Werkstatt tönen zu lassen.

Gesetzliche Bestimmungen

Beim Tönen der Fahrzeugscheiben gilt grundsätzlich: Wer das Sichtfeld des Fahrers nachträglich tönt, muss mit einem Bußgeld und eventuell mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Nichteinhaltung kann sogar die Fahrerlaubnis entzogen werden. Die Folie muss eine Allgemeine Betriebsgenehmigung (ABG) haben, wie es auch bei vielen zugelassenen Tuningteilen der Fall ist. Diese wird im Paket der Folie mitgeliefert und ist bei einer Fahrzeugkontrolle auf Verlangen vorzuzeigen.

Einzige Ausnahme bei der Tönung der Frontscheibe ist ein maximal zehn Zentimeter hoher Streifen, der am oberen Rand der Windschutzscheibe angebracht werden darf, um als Blendschutz zu dienen. Aber hier muss zwingend notwendig eine Allgemeine Betriebsgenehmigung vorliegen. Mittlerweile haben viele Fahrzeuge serienmäßig getönte Scheiben. Die Tönung ist nicht nur im hinteren Bereich der Seitenfenster und der Heckscheibe zu finden, sondern auch im vorderen Seitenbereich und der Frontscheibe. Allerdings handelt es sich hierbei um eine vom TÜV abgenommene Tönung, die eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 Prozent vorweisen muss.

Wer dennoch Vorschriften und Gesetze missachtet, für den kann es unter Umständen sehr teuer werden. Zehn Euro Bußgeld kostet das Fahren mit einer eingeschränkten Sicht sowie das Nichtmitführen der Allgemeinen Betriebsgenehmigung (ABG). 25 Euro Bußgeld kostet das Führen eines nicht vorschriftsmäßiges Fahrzeuges sowie 90 Euro Bußgeld und einen Punkt, wenn die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt wird. Solltest Du die Mängel nicht beheben, erlischt, wie bereits schon vorher geschrieben, die Betriebserlaubnis des Autos. Damit Du bei einer nachträglichen Tönung Deiner Fahrzeugscheiben nicht verkehrswidrig handelst, solltest Du unbedingt den Paragrafen 40 der StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) beachten. Darin heißt es sinngemäß, dass die Sicht für den Fahrzeugführer von großer Bedeutung ist und lichtdurchlässig, verzerrungsfrei und klar sein muss.

Bei Sonderanfertigungen zum TÜV

Der Gang zum TÜV ist grundsätzlich nicht erforderlich. Wenn Du Deine Fahrzeugscheiben tönen lassen möchtest, dann solltest Du selbst oder bei der Werkstatt darauf achten, dass die Folie eine Allgemeine Betriebsgenehmigung hat. Nur so kannst Du sicher sein, dass die Tönungsfolie nach Paragraf 22a der StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) auch zulässig ist. Ist dieses nicht der Fall, handelst verkehrswidrig und musst mit einer hohen Strafe rechnen.

Sofern die Folie die Allgemeine Betriebsgenehmigung (ABG) besitzt und auch nach den bereits genannten Richtlinien auf den Fahrzeugscheiben angebracht wurde, brauchst Du nicht mehr zum TÜV fahren. Hierbei ist es nur wichtig, dass Du die ABG im Fahrzeug ständig mitführst, um diese bei einer möglichen Fahrzeugkontrolle vorzeigen kannst. Ist das nicht der Fall, musst Du diese nachträglich vorzeigen, um ein Bußgeld mit möglichen Punkten zu verhindern.

Entscheidest Du Dich für das Glascoating, handelst Du ebenfalls verkehrswidrig. Die Art der Tönung ist nach der StVZO nicht zulässig und wird auch beim TÜV nicht genehmigt. Von daher ist es ratsam, sich vorher genau zu überlegen, welche Form und Art der Tönung vorgenommen werden soll. Damit kannst Du sicher und genehmigt durch den Verkehr rollen.

Bildquelle:

  • Audi mit getönten Scheiben: ©MikesPhotos - Pixabay.com
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