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Wo das Fahren ohne Führerschein erlaubt ist

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Hast Du Dich schon einmal gefragt, wo das Fahren ohne Führerschein erlaubt ist? Seit 1888 gilt auf den Straßen in Deutschland: Wer Auto fahren möchte, benötigt einen Führerschein. Das Fahren ohne Führerschein ist auch kein Kavaliersdelikt. Anders als etwa beim Falschparken, gibt es nicht einfach nur ein Knöllchen, sondern es drohen empfindliche Strafen. Wer Autofahren lernen möchte, muss daher in der Regel eine Fahrschule aufsuchen. Die Stunden dort sind aber recht teuer, weshalb sich viele Leute fragen, wo man auch führerscheinlos fahren darf. Die Antwort ist allerdings nicht so einfach, wie oftmals gedacht wird. Denn der Gesetzgeber ist in diesem Bereich sehr streng: Nur weil irgendwo die Straßenverkehrsordnung nicht gilt, bedeutet dies nicht, dass dort legal das Fahren ohne Fahrerlaubnis möglich ist.

Fahrübung auf Parkplätzen oder Feldwegen

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet beispielsweise, dass auf dem Parkplatz das Üben erlaubt sei. Dies ist so allerdings falsch. Denn die Pflicht eine Fahrerlaubnis zu besitzen, wurde nicht ohne Grund eingeführt. Vielmehr geht es darum, andere Verkehrsteilnehmer vor unverschuldeten Unfällen zu schützen. Aus dieser Logik heraus, ergibt sich dann auch die gesetzliche Regelung: Private Übungsfahrten ohne Führerschein sind nur in Bereichen erlaubt, die von anderen Verkehrsteilnehmern nicht erreicht werden können. Dies ist auf einem öffentlichen Parkplatz nicht der Fall. Auch Fahrübungen auf dem Feldweg sind daher streng genommen verboten.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Fahrten auf einem Privatgrundstück sind auch ohne Führerschein erlaubt, wenn es klar von der restlichen Verkehrswelt abgetrennt ist. Dies kann durch einen Zaun, eine Mauer oder eine Schranke geschehen. Auch ein verschlossenes und leeres Parkhaus würde die Voraussetzungen erfüllen. Eine Einschränkung gibt es aber: Private Fahrstunden auf einem solchen Gelände sind nur nach der ausdrücklichen Zustimmung des Besitzers erlaubt. Die Tatsache, dass dort auch andere üben und dies offensichtlich toleriert wird, reicht dabei als Einverständnis nicht aus. Auf eigenem Grund und Boden fällt dieser Aspekt natürlich nicht ins Gewicht.

Wo man Fahren üben darf

Wenn Du über kein entsprechendes Privatgelände für das Autofahren ohne Schein verfügst, besteht auch noch eine weitere Alternative: In vielen Städten gibt es Verkehrsübungsplätze. Diese werden vom ADAC oder einer vergleichbaren Organisation betrieben und ermöglichen private Übungsfahrten auch für Leute ohne Führerschein. Einige Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein:

1) Der Fahrer ohne Führerschein muss mindestens 16 Jahre alt sein.
2) Es muss eine Begleitung mit gültigem Führerschein im Auto sitzen.
3) Die Begleitperson muss mindestens 21 Jahre alt sein und über drei Jahre Erfahrung als Autofahrer verfügen.
4) Es muss eine Nutzungsgebühr entrichtet werden, die in der Regel aber deutlich günstiger ist, als eine Fahrstunde in der Fahrschule.

Wenn Du aufgrund der Altersbegrenzung ausscheidest, weil Du noch keine 16 Jahre alt bist, musst Du dich allerdings noch ein wenig gedulden, bis Du ans richtige Steuer darfst. Inzwischen gibt es aber durchaus realistische Fahrsimulationen, an denen geübt werden kann – logischerweise auch ohne echten Führerschein. Viele heutige Rennfahrer haben ihre Fähigkeiten zudem auf der Kartbahn erlernt. Auch wenn Du später einmal nicht in der Formel 1 starten möchtest, kann die Fahrt mit dem Kart grundlegende Fertigkeiten vermitteln, die auch für das Steuern eines Autos von Bedeutung sind.

Gelbes Schild Übungsplatz

Ausreichende Versicherung ist wichtig

Autos können erhebliche Schäden anrichten. Eine ausreichende Versicherung ist daher Pflicht, wenn Du Dich hinter das Steuer setzen möchtest. In der Fahrschule gibt es nur versicherte Übungsstunden. Das heißt, in Deiner Gebühr ist auch eine Versicherung enthalten, die alle von Dir versehentlich angerichteten Schäden abdeckt. Vor der Fahrt auf einem Verkehrsübungsplatz wird zudem eine Tageshaftpflicht abgeschlossen. Diese haftet für alle unbeabsichtigten Beschädigungen anderer Autos und des Geländes. Schäden am selbst mitgebrachten Auto müssen allerdings direkt zwischen Fahrer und Besitzer geklärt werden – sofern diese nicht durch einen Fehler des Verkehrsübungsplatzes oder anderer Nutzer entstanden sind. Eine private Vollkaskoversicherung kann aber auch in diesen Fällen greifen.

Schwieriger ist die Situation bei Fahrten auf unzugänglichem Privatgelände. Diese sind zwar erlaubt, es kann aber zu Versicherungsfragen kommen. Im Ernstfall gilt: Die Haftpflichtversicherung des Fahrers übernimmt zunächst die Kosten für Schäden anderer Fahrzeuge und Personen. Anschließend wird die Versicherung aber versuchen, sich das Geld vom Fahrer, Fahrzeughalter oder Grundstücksbesitzer zurückzuholen. Dies gilt erst Recht, wenn die Übungsfahrt unerlaubt auf einem Feldweg oder Parkplatz stattgefunden hat. Die auf diese Weise entstehenden Kosten können durchaus erheblich sein. Kommt es beispielsweise zu bleibenden Schäden bei unbeteiligten Verkehrsteilnehmern, kann es sogar sein, dass eine lebenslange Rente gezahlt werden muss. Ob mit oder ohne Führerschein gilt daher: Niemals ohne ausreichende KFZ-Versicherung fahren.

Bei Verstoß droht Strafe

Wie eingangs bereits erwähnt, versteht der Gesetzgeber bei Fahrten ohne Führerschein keinen Spaß. So ist für das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vorgesehen. Unter Umständen giltst Du anschließend also sogar als vorbestraft. Außerdem wird eine Prüfungssperre für den Fahranfänger verhängt – er muss also mehrere Jahre warten, bis er seinen Führerschein machen kann. Zuvor droht ihm zudem noch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Die Prüfer dort entscheiden dann, ob und wann der Fahranfänger eine zweite Chance bekommt.

Aber auch der Beifahrer muss mit Konsequenzen rechnen. Er bekommt in jedem Fall drei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg – inklusive eines saftigen Bußgelds. In der Regel wird zudem der Führerschein eingezogen und erst nach erfolgreich bestandener MPU wieder erteilt. Es ist daher deutlich sicherer und billiger, private Übungsfahrten auf einem Verkehrsübungsplatz zu absolvieren.

Bildquelle:

  • gelbes-schild-mit-aufschrift-übungsplatz: #137548107 | © Thomas Reimer - fotolia.com
  • autofahren-üben: #67757075 | © wellphoto - fotolia.com
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