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Geblitzt worden: Was soll ich tun?

1709Viele Autofahrer haben den Moment schon einmal erlebt, in dem das Gaspedal ein bisschen zu fest durchgedrückt und damit die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde. Fazit: Zu schnell unterwegs und geblitzt worden. Was bleibt zu tun? Wir klären hier auf!

blitzer

Insbesondere bei Überholvorgängen lässt es sich manchmal nicht vermeiden, ein wenig schneller zu sein. Wenn es dann plötzlich blitzt, kann dieser Moment unter Umständen schlimme Konsequenzen haben. Schließlich sind Geschwindigkeitsverstöße heutzutage keine Kavaliersdelikte. Raser bringen letztendlich nicht nur sich selbst, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Doch womit muss der geblitzte Autofahrer eigentlich rechnen und wie sollte er sich nach dem Blitz verhalten?

Warum wird man geblitzt?

Grundsätzlich wird der Autofahrer natürlich geblitzt, wenn er an einem Radarmessgerät mit mehr als der zulässigen Geschwindigkeit vorbei rauscht. Wer sich nicht an die Straßenverkehrsordnung hält, der muss für den Verstoß natürlich mit einer Strafe rechnen. Wenn es sich bei der Verkehrskontrolle um eine durch Messbeamte durchgeführte handelt, so wird ein Temposünder häufig direkt vor Ort über seine begangene Ordnungswidrigkeit und die Konsequenzen aufgeklärt. Nachdem der Autofahrer hier geblitzt wurde, erhält er mitunter einen Anhörungsbogen zugesandt, bevor der eigentliche Bußgeldbescheid zugestellt wird.

Wenn der Autofahrer jedoch durch eine automatische Radaranlage geblitzt wurde, wird die Messung später ausgewertet. Bestehen Zweifel an der Identität des Fahrers, so wird dem Fahrzeughalter ein Anhörungsbogen zugehen. Der Fahrzeughalter ist allerdings nicht verpflichtet, eine Stellungnahme zum Sachverhalt abzugeben. Wenn der Fahrer des Fahrzeuges klar ermittelt wurde, erhält dieser innerhalb von drei Monaten einen Bußgeldbescheid mit allen relevanten Daten wie Ort, Zeit, Messgeschwindigkeit und Blitzer-Foto.

Möglichkeit zum Einspruch

Wer mit seinem Auto geblitzt wurde, kann das aufgerufene Bußgeld, die Punkte in Flensburg und/oder das Fahrverbot entweder akzeptieren oder gegen den Bescheid Einspruch einlegen. Unter Umständen kann ein Einspruch sich durchaus lohnen, insbesondere wenn sich der Fahrer sicher ist, dass er weder zu schnell gefahren oder er womöglich gar nicht vor Ort gewesen sein kann. Zudem könnte es bei der Messung auch zu einem Fehler gekommen sein.

Allerdings muss ein Einspruch natürlich vernünftig begründet werden, um Erfolg zu haben. Wer sich entscheidet, einen Bußgeldbescheid anzufechten, der muss dies innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung tun. Ansonsten wird der Bußgeldbescheid rechtskräftig. Ist sich der Fahrzeughalter unsicher, ob sich ein Einspruch im jeweiligen Fall überhaupt lohnt, der sollte bei einem Anwalt mit Schwerpunkt Verkehrsrecht vorsprechen. In manchen Fällen lässt sich sogar ein Fahrverbot abwenden, indem ein höheres Bußgeld gezahlt wird. Wer auf den Führerschein aus beruflichen Gründen angewiesen ist, sollte es einfach einmal probieren.

Kosten

Die erste Frage, die sich jeder Autofahrer, der geblitzt wurde wohl stellt, ist welche Konsequenzen und Sanktionen nach dieser Temposünde auf ihn zukommen. Grundsätzlich wird bei jeder geblitzten Messung zunächst eine gewisse Toleranzgrenze berücksichtigt. Kleine Ungenauigkeiten werden so ausgeglichen, damit der Fahrer keine unverschuldeten Nachteile in Kauf nehmen muss. Bei einer gemessenen Geschwindigkeit von unter 100 Stundenkilometer werden gleich 3 Stundenkilometer abgezogen. Bei Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern wird das Ergebnis um 3 % reduziert. Allerdings wird auch berücksichtigt, ob der Fahrer innerhalb oder außerhalb einer geschlossenen Ortschaft geblitzt wurde. Innerorts geschehene Geschwindigkeitsübertretungen werden in der Regel deutlich höher bestraft, da hier eine höhere Unfallgefahr gegeben ist. Grundsätzlich zieht eine Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit innerhalb einer Ortschaft bereits ein Fahrverbot nach sich, wenn der Autofahrer mit mehr als 30 Stundenkilometern zu schnell war. Hinzu kommen das Bußgeld sowie Punkte in Flensburg. Die folgende Liste zeigt mit welchem Bußgeld und welcher Punktzahl gerechnet werden muss:

  • Geschwindigkeitsüberschreitung bis 10 km/h kosten 10 Euro
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 11-15 km/h kosten 20 Euro
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 16-20 km/h kosten 30 Euro
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 21-25 km/h kosten 70 Euro plus 1 Punkt
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 26-30 km/h kosten 80 Euro plus 1 Punkt
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 31-40 km/h kosten 120 Euro plus 1 Punkt
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 41-50 km/h kosten 160 Euro plus 2 Punkte
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 51-60 km/h kosten 240 Euro plus 2 Punkte
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von 61-70 km/h kosten 440 Euro plus 2 Punkte
  • Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 70 km/h kosten 600 Euro plus 2 Punkte

Wer mehr als 40 km/h zuviel auf dem Tacho hat, der kann von einer Aberkennung der Fahrerlaubnis rechnen. Je nach der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung muss der Autofahrer dann 1 bis 3 Monate lang auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Seite der Fußgänger wechseln. Allerdings sollte der Autofahrer sich im Zweifelsfall immer anwaltlich beraten lassen. Viele Fahrverbote lassen sich durch die Zahlung von höheren Bußgeldern umgehen. Anwälte für Verkehrsrecht können prüfen, ob es mit einem Einspruch zu einer für den Autofahrer besseren Bewertung der Konsequenzen kommen kann.

Bildquelle:

  • blitzer: ©pixabay.com
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