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So schützt Dich eine Keksdose vor Autodiebstahl

Keksdose als Schutz vor Autodiebstahl

Kriminelle nutzen Schwachstellen von schlüssellosen Öffnungssystemen. Zum Schutz vor Autodiebstahl kannst Du manchmal mit einer abschirmenden Keksdose beitragen.

Der Autodiebstahl mittels Kurzschluss ist nicht mehr die einzige Methode, durch die Kriminelle Autos klauen. Alternativ nutzen Täter die sogenannte Relay-Methode, mit der schlüssellose Öffnungssysteme getäuscht werden. Weil moderne Fahrzeugmodelle sich mit Schlüssel-Chips kontaktlos öffnen oder sogar starten lassen, bestehen gewaltige Unterschiede zwischen dem Autodiebstahl von früher und heute. Im Mai 2018 wurden beispielsweise Autodiebe gefilmt, als in Kempten ein Fahrzeug innerhalb von wenigen Sekunden wegen eines verlängerten Signals startete. Neben mechanischen Sperren geben Dir unter anderem Keksdosen die Chance, die Gefahr von derartigen Verbrechen zu verringern und den Schutz vor Autodiebstahl zu steigern.

Keyless-Entry-Systeme machens möglich

Die erhöhte Diebstahlgefahr bei verschiedenen Fahrzeugen hängt mit der Anfälligkeit von bestimmten Funksystemen zusammen. Schlüsselloses Öffnen wird mittlerweile auf dem Automarkt fast als ein selbstverständlicher Luxus betrachtet. Du findest daher nur noch relativ wenige Neuwagen, die sich nicht per Knopfdruck aus der Ferne öffnen lassen. Stattdessen ist mittlerweile sogar beim Start der Autos immer seltener der direkte Kontakt zum Schlüssel erforderlich. Viele Autoschlüssel übertragen durch integrierte Chips Signale an den Pkw, um die jeweiligen Befehle auszuführen. Insofern ein unsicheres System verwendet wird, leidet möglicherweise der Schutz vor Autodiebstahl unter dem zusätzlichen Komfort.

Solange sich der Schlüssel nicht in der Nähe des Autos befindet, müssten sichere Fahrzeuge mit drahtlosen Öffnungssystemen im Optimalfall grundsätzlich verriegelt bleiben. Dieben gelingt es aber manchmal, Sicherheitssysteme mit der sogenannten Relay-Methode zu umgehen. Dabei fangen die Täter die Entriegelungs- und Startsignale zwischen dem Auto und dem Schlüssel-Chip zunächst unbemerkt ab. Die Diebe platzieren hierfür nachts einen Verlängerer in der Umgebung des Autoschlüssels. Damit verlängern die Kriminellen die Funkwellen und täuschen oft erfolgreich vor, dass der Schlüssel wenige Zentimeter vom Wagen entfernt ist. Autodiebe benötigen im Vergleich zum Wert der Pkws häufig nur relativ wenig Geld, um die erforderliche Ausstattung für dieses Verbrechen zu kaufen oder selbst zusammenzubauen. Durch die Funkwellen-Verlängerung steigen Banden in anfällige Fahrzeugmodelle ein und fahren ohne Hindernisse los.

Nacht als beliebter Tatzeitpunkt

Für die Anwendung der Relay-Methode nutzen Fahrzeugdiebe meistens die Nacht. Weil keine Scheiben eingeschlagen werden müssen und die Technik den Täter nicht vom Besitzer unterscheidet, bleiben die Straftaten im Dunkeln oft vollkommen unbemerkt. In Nordrhein-Westfalen sind dadurch 2017 fast 6.000 Autos verschwunden. Wenn ein Verlängerer beispielsweise vor der Haustür versteckt wurde, genügen die Abstände zu ungeschützten Schlüssel-Chips und dem Fahrzeug nicht selten für die unbeobachtete Durchführung der Diebstähle. In der Regel sind keine Einzeltäter für die Verbrechen verantwortlich. Denn organisierte Diebesbanden wählen in verschiedenen Regionen gezielt anfällige Pkws aus. Die Auftraggeber halten sich wiederum häufig im Ausland auf. Mit dem gestarteten Diebesgut überqueren viele Kriminelle direkt die Grenzen, damit für die Weiterfahrt kein erneutes Startsignal erforderlich wird.

Gefilmte Täter in Kempen und Leverkusen

In Kempen wurde ein Autodiebstahl mit der Relay-Methode vollständig durch eine Kamera festgehalten. Ein Krimineller schleicht sich in dem aufgezeichneten Video in der Nähe einer Hauswand herum, um das Schlüssel-Signal in einer Wohnung gezielt zu suchen. Dabei benötigte der Täter für die Entriegelung lediglich wenige Sekunden. Aufnahmen aus Leverkusen zeigen wiederum einen Dieb, der offenbar im Rucksack seinen Verlängerer versteckt hatte und einen Wagen im Umfeld der Haustür ebenfalls problemlos entriegelte. Sobald sich ein Schlüssel-Chip an den Wänden von Häusern und in der unmittelbaren Umgebung der Pkws befindet, scheint der Diebstahl für Banden ein Kinderspiel zu sein.

Keksdose als Sicherheit

Eine gewöhnliche Keksdose überrascht Dich beim Schutz vor Autodiebstahl oft durch einen sehr positiven Effekt, wenn Du Deine Schlüssel darin aufbewahrst. Denn das Metall von bestimmten Behältern schirmt Signale ab und kann erfolgreich verhindern, dass Verbrecher mit ihrer Ausstattung den Chip im Autoschlüssel überhaupt erreichen. Weil Keksdosen aus unterschiedlichen Materialien bestehen, darfst Du Dich nicht vollkommen bedingungslos auf die Metallbehälter verlassen. Neben den Metalldosen für Kekse gibt es verschiedene Alternativen, die in der Regel für die sichere Aufbewahrung der Schlüssel geeignet sind.

Im Handel erhältst Du zum Beispiel häufig spezielle Schlüsseletuis, die fremde Verlängerungssignale auf dem Weg zu Funk-Chips zumeist stoppen. Die Auskleidung mit einer hochwertigen Folie trägt teilweise ebenso zum effektiven Schutz vor Diebstahl bei. Es ist im Zweifelsfall empfehlenswert, sich von Experten in der Autowerkstatt zum verwendeten Schlüsselsystem beraten zu lassen. Dadurch erfährst Du, ob die Abschirmung der Technik mit Metalldosen oder sonstigen Schlüsselbehältern wirklich Erfolg verspricht.

Ausreichende Entfernungen zwischen Schlüsselständern und Haustüren

Darüber hinaus ist es grundsätzlich sinnvoll, die Autoschlüssel im mittleren Bereich eines Hauses zu verwahren. Dann genügt die Distanz zu den Fenstern und Türen oft nicht, während Kriminelle draußen mit Verlängerern eine Verbindung zum Schlüssel-Chip herstellen wollen. Insofern Dein Schlüsselständer sich bisher direkt hinter der Haustür befindet, wäre daher eventuell die Suche nach einem neuen Platz ratsam. Zugleich ist es vielleicht hilfreich, ausreichende Entfernungen zum Standort des Pkws einzuhalten.

Schutz des Schlüssels in anderen Gebäuden

Weil Autodiebe keineswegs ausschließlich in Wohngebieten zuschlagen, bleibt die sichere Verwahrung der Fahrzeugschlüssel nicht nur in Deinen eigenen vier Wänden sehr wichtig. In der Umgebung von Firmengebäuden und öffentlichen Einrichtungen suchen Verbrecher nämlich genauso möglicherweise nach günstigen Gelegenheiten. Wenn Du Dich im Berufsalltag mit dem Schlüssel fast immer in der Nähe Deines Wagens aufhältst, ist die Verwendung von abschirmenden Behältern dort für den Schutz vor Autodiebstahl auch sinnvoll. Im Verlauf eines Einkaufs oder beim Besuch einer regelmäßigen Veranstaltung verringerst Du das Diebstahlrisiko durch Schutzetuis oder Metalldosen ebenfalls.

So kannst Du Dein Auto noch vor Diebstahl schützen

Neben der Schlüssel-Aufbewahrung in abgeschirmten Behältnissen gibt es noch viele weitere Maßnahmen, mit denen Du den Schutz vor Autodiebstahl manchmal verbesserst. Es lohnt sich, das Fahrzeug mit Diebstahlschutzsystemen ebenso wie die Autoschlüssel zu sichern und zudem richtig zu parken. Garagen sind für die Sicherheit grundsätzlich empfehlenswert. Solange ein Pkw in der Autogarage eingeschlossen ist, gelangen Diebe trotz der Anwendung der Relay-Methode nicht zum Wagen.

Nur nach einem Einbruch in die Garage besteht die Gefahr, dass Kriminelle gestartete Autos tatsächlich erfolgreich entführen. Dabei hätten Banden jedoch häufig nicht mehr die Möglichkeit, lautlos und unauffällig zu wirken. Garagen erzeugen daher prinzipiell auch eine abschreckende Wirkung. Alternativ besteht eventuell die Chance, die Ausfahrt auf einem größeren Gelände mit Parkplätzen durch ein geschlossenes Tor zu blockieren. Während Du draußen parkst, sind beleuchtete und lebhafte Bereiche von Orten vergleichsweise sicher. Dort fällt es Verbrechern allgemein schwerer, unbemerkt zu bleiben. Kameraüberwachte Parkhäuser sind im Hinblick auf die Sicherheit zumeist eine gute Wahl.

Integrierte Alarmanlagen tragen prinzipiell zum Schutz vor Autodiebstahl bei. Zum Teil besteht aber die Gefahr, dass Autodiebe diese Systeme bei der Entriegelung mit Verlängerern deaktivieren. Insofern die Alarmanlagen nie über den Schlüssel-Chip deaktiviert werden, lässt das zusätzliche Sicherheitssystem sich normalerweise nicht mit der Relay-Methode umgehen. Für elektronische Wegfahrsperren gelten prinzipiell ähnliche Voraussetzungen.

Zusätzlicher Schutz vor Autodiebstahl mit mechanischen Sperren

Darüber hinaus steigerst Du nicht selten mit mechanischen Sperren die Sicherheit. Auch wenn die Technik beim schlüssellosen Öffnen ausgetrickst wurde, halten diese Varianten von Wegfahrsperren potenzielle Täter oft erfolgreich auf. Du findest beispielsweise Lenkradkrallen, die Du mit zusätzlichen Schlüsseln ohne Funktechnologie oder durch ein Zahlenschloss entsperrst. Solange die Krallen festsitzen, ist die normale Bewegung des Lenkrads in der Regel unmöglich. Somit erhalten Kriminelle wegen der mechanischen Lenkradsperren im Normalfall nicht die Gelegenheit, gestartete Autos fortzubewegen. Radkrallen werden stattdessen üblicherweise neben den Reifen und Felgen befestigt und basieren auf einem ähnlichen Prinzip.

Außerdem gibt es für zahlreiche Fahrzeugmodelle geeignete Gangschaltungssperren, die beim Schutz vor Autodiebstahl regelmäßig überzeugen. Die Entsperrung von derartigen Vorrichtungen bleibt meistens alternativlos, sobald der Fahrer die Parkposition verlassen und mit der Schaltung einen beliebigen Gang auswählen möchte. Vor der Anschaffung eines mechanischen Diebstahlschutzsystems ist eine umfassende Beratung empfehlenswert. So sicherst Du Dein Auto relativ zuverlässig und musst Dir in der Nacht weniger sorgen machen.

Bildquelle:

  • Autodieb: ©TheDigitalWay - Pixabay.com
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