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Rettungsgasse richtig bilden

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Unfälle auf der Autobahn sind besonders gefährlich – nicht nur aufgrund der hohen Geschwindigkeiten und der damit verbundenen Verletzungsgefahren, sondern auch wegen der langen Wege der Rettungsdienste. Nach Unfällen staut sich der Verkehr oft kilometerweit, dabei geht es bei Unfällen um Minuten, die über Leben und Tod der Unfallopfer entscheiden können. Umso wichtiger ist es, dass die Rettungskräfte trotz stehendem Verkehr schnellstmöglich am Unfallort eintreffen. Um das zu ermöglichen, müssen Autofahrer bei einem Stau schnellstmöglich die Rettungsgasse richtig bilden. Der Name spricht zwar für sich und ist den meisten Autofahrern ein Begriff, viele sind sich aber nach wie vor unsicher, wo und wie eine Rettungsgasse richtig gebildet wird. Höchste Zeit also, dieses lebensnotwendige Wissen aufzufrischen.

Richtiges Verhalten bei Stau

Es gibt einige Verkehrsregeln, die das richtige Verhalten im Stau auf der Autobahn vorgeben. Stets gilt, auf die anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Das Reißverschlussverfahren ermöglicht beispielsweise eine fließende Einordnung der Fahrzeuge bei endenden Spuren, der angemessene Abstand zum Vordermann sorgt für Sicherheit und einen problemlosen Spurwechsel, und das Bilden der Rettungsgasse ebnet den Weg für die Lebensretter. Und damit zum wichtigsten Punkt: Man muss sie nicht nur bilden, sondern auch freihalten. Die Rettungsgasse darf also niemals zum Freifahrtschein für genervte Autofahrer werden, sondern ist einzig und allein für Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht vorgesehen. Daher heißt es im Stau: Rettungsgasse freimachen und stets aufmerksam bleiben, auch wenn es kaum oder langsam vorangeht. Auch sollte keine zu laute Musik gehört werden, die den Fahrzeugführer von der Außenwelt abschottet. Immer wieder sollte ein Blick in den Rückspiegel getätigt werden, um die Situation überblicken und gegebenenfalls angemessen reagieren zu können.

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Ort der Rettungsgasse

Wo aber wird nun die Rettungsgasse gebildet? Sich das zu merken ist leichter, als man denkt. Zum einen ist die Regelung für alle mehrspurigen Autobahnen gleich, zum anderen benutzt man dabei immer die linke Spur als Orientierungspunkt. Konkret heißt das Folgendes: Befindest Du Dich in einem Stau auf der linken Spur, dann weichst Du so weit wie möglich nach links aus. Stehst Du auf einer der anderen Spuren, fährst Du möglichst weit nach rechts. Auf einer zweispurigen Autobahn bildet sich so eine Rettungsgasse zwischen linker und rechter Spur; auf Autobahnen mit mehreren Spuren entsteht die Rettungsgasse zwischen der linken und allen anderen Spuren auf der rechten Seite. Dass man sie zwischen zwei Spuren bildet, ist nur logisch – durch einfaches “Ausweichen” verhindert man abrupte Spurwechsel und weitere Unfälle. Auf diese Art können Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei schnell und problemlos bis zum Unfallort kommen, auch wenn der Verkehr still steht.

Strafen bei Nichtbeachtung

Leider wird in den Medien immer wieder über Personen berichtet, die relevante Verkehrsregeln konsequent missachten, ob aus Unwissenheit oder Berechnung. Manche bilden keine Rettungsgasse, andere nutzen diese sogar selbst, um schneller voranzukommen. Was schlicht und ergreifend verantwortungslos ist und das Leben anderer Menschen in Gefahr bringt, wird in jedem Fall geahndet. Erst 2016 wurde ein Gesetzesentwurf beschlossen, der nicht wie bisher bloß Gewaltanwendung oder -androhung als Behinderung von Helfern unter Strafe stellt, sondern nun auch andere Vergehen, wie zum Beispiel das Blockieren der Rettungsgasse oder das Gaffen am Unfallort. Dabei kann man nicht nur mit Bußgeldern, sondern auch mit Gefängnisstrafen rechnen, denn für die Behinderung von hilfeleistenden Personen sind je nach Schwere eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vorgesehen. Der Betrag der Geldstrafe beginnt bei mindestens 20 Euro und kann sehr hoch ausfallen. Schlimmstenfalls droht sogar Gefängnis. Ähnliche Regelungen zur Rettungsgasse gibt es auch in einigen anderen europäischen Ländern.

Gefahr lauert am Stauende

Immer wieder zeigt sich, dass Staus für alle Beteiligten nicht nur anstrengend sind, sondern auch brandgefährlich. Am größten ist die Unfallgefahr am Stauende, wo der Geschwindigkeitsunterschied zwischen bereits stehenden und hinterher kommenden Autos enorm groß ist und der Vordermann manchmal stark bremsen muss, wenn er den Stau zu spät bemerkt. Häufig warnen sich die Verkehrteilnehmer nicht gegenseitig oder werden nach einer Kurve von einem Stauende überrascht. So kommt es immer wieder zu lebensgefährlichen und tödlichen Auffahrunfällen und Massenkarambolagen, die eigentlich leicht zu verhindern wären.

Beispielsweise sollte man auf Schilder achten, die vor bekannten Staubereichen frühzeitig vor einem möglichen Stau warnen. Schon bestehende oder sich bildende Staus werden häufig auch anhand einer elektronischen Beschilderung angezeigt, sodass die Verkehrsteilnehmer Zeit haben, langsamer zu fahren. An solchen Stellen ist doppelte Aufmerksamkeit und Bremsbereitschaft gefragt. Schon hier sollte man die Geschwindigkeit reduzieren und bereit sein, zu bremsen und zu warnen.

Am Wichtigsten ist deshalb die Kooperation unter den Autofahrern. Zum einen ist es immer wichtig, ausreichenden Abstand zum Vordermann einzuhalten, damit genug Zeit und Platz für eine eventuelle Bremsung bleibt. Die Warnung der anderen vor einem Stau wird durch das Warnblinklicht angezeigt. Sobald Du also einen Stau oder das Warnblinklicht deines Vordermanns vor Dir siehst, solltest Du sofort Deinen eigenen Warnblinker betätigen. So informierst Du wiederum Deinen Hintermann, der dann ebenfalls seinen Warnblinker betätigen kann. So erfahren alle nachkommenden Autofahrer rechtzeitig von dem Stau und vermeiden gefährliche Bremsungen.

Bildquelle:

  • stau-auf-autobahn: ©RettungsgasseJETZTde - Pixabay.com
  • auf-der-autobahn-rettungsgasse-richtig-bilden: ©patricksommer - Pixabay.com
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