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Schadenfreiheitsklassen der KFZ-Versicherung übertragen – Was ist erlaubt?

Um die Übertragung der Schadenfreiheitsklassen ranken sich viele Gerüchte und Halbwahrheiten. Nicht immer ist dabei eindeutig, in welchen Fällen die Übertragung erfolgen darf und wann sie hingegen nicht erlaubt ist. Grundsätzlich sind die Bestimmungen jedoch klar geregelt. Im Folgenden erhalten Sie die wichtigsten Antworten auf die drängendsten Fragen zum Thema.

KFZ-Versicherung übertragen - Was ist erlaubt?

Welche Voraussetzungen sind für die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse erforderlich?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Übertragung ist, dass die übernehmende Person im Besitz eines in Deutschland gültigen Führerscheins ist. Die genauen Regelungen zur Gültigkeit des Führerscheins sind beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur nachzulesen. Absolute Sicherheit bietet jedenfalls ein Führerschein aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.

Wenn Sie die Schadensfreiheitsklasse übertragen möchten, müssen auch die Fahrzeugarten zueinander passen. Der Rabatt lässt sich unter anderem nicht von einem PKW auf einen LKW mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht übertragen.

Durch die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse lässt sich sehr viel Geld sparen.

Durch die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse lässt sich für die Übernehmenden sehr viel Geld sparen.

Eine Übertragung der Schadensfreiheitsklasse von einem PKW zu einem LKW ist in der Regel nicht möglich.

Insgesamt definieren die Versicherungsgesellschaften drei unterschiedliche Fahrzeuggruppen. Die Schadensfreiheitsklasse kann hier entweder innerhalb der jeweiligen Fahrzeuggruppe getauscht oder aus einer höheren in eine niedrigere Fahrzeuggruppe übertragen werden. Der bereits angeführte Tausch vom PKW zum LKW ist also beispielsweise in umgekehrter Form durchaus erlaubt.

Die Einteilung dieser Gruppen ist jedoch nicht einheitlich, sondern kann bei den einzelnen Versicherern variieren. In den meisten Fällen gehören jedoch die üblichen Privat-PKWs alle zur gleichen Fahrzeuggruppe.

Zusatztipp bei Wechsel KFZ Versicherung: Vergleichen Sie die Fahrzeuggruppen des neuen Vertrags mit jenen des alten und achten Sie dabei darauf, dass die Voraussetzungen für eine eventuell später gewünschte Übertragung der Schadensfreiheitsklasse nicht dadurch verlorengeht. Vielleicht haben Sie vor, die Schadensfreiheitsklasse in ein paar Jahren auf eines ihrer Kinder zu übertragen. Das sollte dann auch mit dem neuen Vertrag noch möglich sein.

Insgesamt definieren die Versicherungsgesellschaften drei unterschiedliche Fahrzeuggruppen


Um die Schadensfreiheitsklasse zu übertragen, ist es nicht erforderlich, dass beide Parteien bei der gleichen Versicherung Kunde sind. Die Übertragung ist auch möglich, wenn die übernehmende Person bei einer anderen Gesellschaft versichert ist.

Zu beachten ist jedoch, dass es sich bei der Übertragung um eine endgültige Aktion handelt, die in weiterer Folge nicht mehr zurückgenommen werden kann. Sie sollten deshalb sehr genau überlegen, wem Sie im Anlassfall von Ihrem Rabatt profitieren lassen möchten.

Wer kann meine Schadensfreiheitsklasse übernehmen?

Sehr beliebt ist es, die Schadensfreiheitsklasse auf die eigenen Kinder zu übertragen. Das ist auch kein Problem, denn zwischen Verwandten ersten Grades ist die Übertragung in der Regel problemlos möglich. Dazu gehören die Eltern, die eigenen Kinder und der Ehepartner. Es ist sogar möglich, die Übertragung testamentarisch zu regeln. Wenn ein Versicherungsnehmer stirbt, kann der Rabatt auf die Erben übertragen werden, die auch das Auto übernehmen.

Die Schadensfreiheitsklasse kann auch im Testament berücksichtigt werden.

Die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse kann auch in einem Testament festgehalten werden.

Bei den Verwandten zweiten Grades sind die Verträge der einzelnen Versicherungsgesellschaften unterschiedlich. Wenn Sie die Schadensfreiheitsklasse beispielsweise an ihren Neffen weitergeben möchten, sollten Sie bei Ihrer Versicherung nachfragen oder die entsprechenden Vertragsbedingungen genau studieren. Es lohnt sich in diesem Fall, die einzelnen KFZ-Versicherungen genau miteinander zu vergleichen.

Grundsätzlich ist auch die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse bei beliebigen Personen möglich. Allerdings ist dies nur noch bei den wenigsten Versicherungsgesellschaften möglich. Sollten Sie also vorhaben, Ihre Schadensfreiheitsklasse an eine Person zu übertragen, die mit Ihnen in keinem Verwandtschaftsverhältnis steht, sollten Sie diesen Punkt vor Vertragsabschluss klären und sich den entsprechenden Passus in den Vertragsbedingungen vom Versicherungsberater anzeigen lassen.

Bei der Übertragung der Schadensfreiheitsklasse auf sehr junge Personen gibt es jedoch einen entscheidenden Haken. Sie können von dem Vertrag nur so viele Schadensfreiheitsklassen übernehmen, wie sie seit Besitz ihres Führerscheins erreichen hätten können. Wer also erst seit drei Jahren den Führerschein hat, kann auch nur den Schadenfreiheitsrabatt von drei Jahren übernehmen.

Deshalb ist es nicht zielführend, die Schadensfreiheitsklasse an einen absoluten Führerscheinneuling zu übertragen, sondern lieber ein paar Jahre damit zu warten. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil es in den ersten Fahrjahren statistisch betrachtet vermehrt zu Unfällen kommt, die den Rabatt ohnehin wieder vermindern oder aufheben würden.

Wer bisher mit einem Firmenwagen unterwegs war und den Schadenfreiheitsrabatt nun auf sein eigenes Auto übertragen möchte, benötigt dafür das Einverständnis des Arbeitgebers. Zudem sind bei großen Fuhrparks oft keine Rabatte vorhanden, die übertragen werden können.

Doch auch hier gibt es wieder eine Ausnahme von der Regel: Wenn Sie ihre Schadensfreiheitsklasse bereits in das Unternehmen eingebracht haben, sind sie sogenannter Mitversicherer. In diesem Fall können sie den Rabatt auch ohne Einverständnis des Arbeitgebers wieder auf ihr privates Fahrzeug übertragen.

Wie funktioniert die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse?

Die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse funktioniert in der Regel recht unkompliziert. Im ersten Schritt ist es ratsam, sich telefonisch beziehungsweise per E-Mail zu vergewissern, dass die Übertragung in der gewünschten Form durchgeführt werden kann.

Ist das der Fall, können Sie die dafür erforderlichen Unterlagen bei dem Versicherer anfordern, der den Rabatt in weiterer Folge übernehmen soll. Die meisten Gesellschaften übermitteln die Unterlagen mittlerweile per E-Mail, sodass keine unnötigen Wartezeiten entstehen.

Nachdem Sie die Formulare ausgefüllt haben, können Sie diese entweder per Post oder eingescannt als E-Mail an den Versicherer zurücksenden. Beachten Sie dabei, dass dafür teilweise auch Unterlagen wie beispielsweise eine Kopie des Führerscheins, des Personalausweises und gegebenenfalls eine Sterbeurkunde erforderlich sein können.

In der Regel dauert die Bearbeitung je nach Versicherung einige Tage bis einige Wochen. Spätestens nach zwei Wochen empfiehlt es sich, nachzufragen, ob die Unterlagen eingetroffen sind und bereits bearbeitet werden.

Vorsicht: Bei der Übertragung gibt es Fristen zu beachten. Wurde die Schadensfreiheitsklasse für mehr als sieben Jahre nicht genutzt, verfällt sie und kann nicht mehr übertragen werden. Bei verstorbenen Personen ist die Übertragung häufig nur innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten möglich. Die genauen Bestimmungen finden Sie auch hier im jeweiligen Versicherungsvertrag.

Bildquelle:

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