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Sicher Motorradfahren: Mit diesen Tipps im Sommer durchstarten

sicher Motorradfahren im Sommer

Sicher Motorradfahren – beim Start in die sommerliche Motorradsaison gibt es keine Kompromisse. Hier einige der wichtigsten Sicherheitstipps für Dich!

Sicher Motorradfahren ist nach dem langen Winter nicht ganz so einfach. Erst nach vielen Kilometern Fahrpraxis haben sich Dein Körper und Dein Gehirn auf das Fahrverhalten des Motorrades eingestellt. Auch die körperliche Beanspruchung ist auf dem Zweirad deutlich höher, als im komfortablen Auto. Und Du darfst nicht vergessen: Die anderen Verkehrsteilnehmer haben währen der kalten Jahreszeit so gut wie nie ein Motorrad im Straßenverkehr gesehen. Ergo dauert es mehrere Wochen, bis sich Lkw-Fahrer, Berufspendler und der Familienvater auf dem Weg zum nächsten Freizeitpark an die unvermutet auftauchenden Motorräder im Straßenverkehr gewöhnt haben, diese wahrnehmen und beachten. Kein Wunder also, dass Unfälle mit Motorradbeteiligung im Frühjahr deutlich häufiger in der Statistik auftauchen, als im August oder September.

Motorradfahren: Typische Anfängerfehler

Die ersten warmen Tage im Jahr, reichlich Sonnenschein und die erwachende Natur locken Wanderer, Radfahrer und Biker an die frische Luft. Schon im Vorfeld solltest Du dich auf die schönste Zeit des Jahres vorbereiten und Deinen Körper einem effektiven Fitnessprogramm unterziehen. So fesselnd und aufregend Kurvenfahrten und Touren durch die Landschaft auch sind; es ist ungleich anstrengender, als mit einem Auto. Ein wenig Gymnastik, Schwimmen oder Laufen für eine bessere Kondition und etwas Muskeltraining, insbesondere für Arme, Hände und Schultern sind eine gute Vorbereitung, um sicher Motorradfahren zu können.

Einer der häufigsten Anfängerfehler ist eine falsche Selbsteinschätzung. Das betrifft auch die eigene Kondition. Der Kraftaufwand beim Motorradfahren wird unterschätzt. In der Folge ist der Biker schnell müde und die Konzentration lässt nach. Wird dann nicht eine ausreichende Pause eingelegt, weil es bereits dunkel wird, Regenwolken im Anmarsch sind oder die Verabredung mit Freunden ansteht, kommt es zu vermeidbaren Unfällen.

Du darfst dabei nie vergessen: Das Risiko bei einem Verkehrsunfall schwer oder gar tödlich verletzt zu werden, ist bei Motorradfahrern vierfach höher, als bei Lenkern eines Pkw. Wie die alte Biker-Weisheit schon sagt: “Die Knautschzone beginnt am Brustkorb!” Und 80 % aller Unfälle mit Motorradbeteiligung entstehen durch Zusammenstöße mit einem Auto. Es tröste dabei nicht, dass nur in rund 30 % der Fälle der Biker schuldig ist. Denn 90 % der Unfallopfer sind Motorradfahrer, während die Automobilisten meist ungeschoren davon kommen.

Außerdem neigen viele Zweiradfahrer nach dem Winter dazu, Geschwindigkeiten zu unterschätzen. Das ist ebenso ein häufiger Anfängerfehler beim Motorradfahren. Vor allem in Kurven kann diese Fehleinschätzung fatale Folgen haben, denn die Zentrifugalkraft treibt dich immer weiter an den Kurvenrand, bis Du im Graben oder im Gegenverkehr landest. Halte dich einfach an die Regel: “Der Weg ist das Ziel – nicht die Geschwindigkeit!” Fahre besonders in den ersten Tagen der Motorradsaison bewusst zurückhaltend. Und eine vorausschauende Fahrweise ist immer eine Grundvoraussetzung, um sicher Motorradfahren zu können. Soll heißen; rechne immer mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer und vor allem damit, das diese dich nicht sehen oder deine Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen.

Das passende Motorrad finden

Der Wunsch ein bestimmtes Motorrad zu fahren und sicher Motorradfahren müssen nicht immer in Einklang zueinander stehen. Bist Du eher klein von Statur, Deine Arme sind ein wenig kürzer, kannst Du für eine hubraumstarke Rennmaschine mit bulligem Tank schwärmen – vom Fahren solltest Du aber zu Deiner eigen Sicherheit Abstand nehmen. Um festzustellen, welche Maschine optisch, technisch und von der Handhabung zu Dir passt, hier ein paar Grundregeln:

  • bei vollem Lenkausschlag zu beiden Seiten, müssen die Hände jederzeit die Griffe fest umschließen und die Hebel für Kupplung sowie Bremse bedienen können.
  • Sitzend im Stand müssen beide Füße zeitgleich mit der gesamten Fußsohle auf dem Boden stehen.
  • Die Maschine muss vom Gewicht her zum Fahrer passen. Kann der sein Motorrad nicht allein auf den Hauptständer wuchten oder aus einem Kiesbett schieben, dann hat er das falsche Motorrad gewählt.

Zudem ist die Sitzhöhe wichtig. Im bequemen Sitz muss der Fahrer in der Lage sein gesamtes Gewicht mit beiden Beinen auf die Fußrasten zu stellen. Auch das Bremspedal muss uneingeschränkt bedienbar sein.

Trifft eine dieser Grundregeln auf Deine Traummaschine nicht zu, kaufe ein anderes Modell – oder, soweit möglich, modifiziere das Bike, bis es passt.
Und ganz ehrlich: Du hast bestimmt schon kleine Fahrer auf großen Motorrädern gesehen und konntest Dir zumindest ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es passt einfach nicht, wenn ein 50-Kilo-Persönchen auf einer fetten Harley oder einer Gold Wing sitzt.

Übrigens gibt es auch Fahrer, deren Motorrad ist schlicht zu klein. Ein Biker vom Typ kanadischer Holzfäller auf einem kleinen Chopper sorgt für Gelächter und ist ein Verkehrsrisiko. Passen die Proportionen nicht zusammen, lässt sich die Maschine deutlich schwerer manövrieren, was das sichere Motorradfahren zumindest beeinträchtigt.

Tipps für den Gebrauchtmaschinenkauf

Solltest Du eine Gebrauchtmaschine kaufen wollen: Im Frühjahr sind die Preise für Motorräder aus zweiter Hand deutlich höher, als gegen Saisonende. Auch bei Neumaschinen lässt sich ein kräftiger Preisnachlass aushandeln. Kein Händler mag die Maschine ein halbes Jahr im Fenster stehen haben, besonders dann, wenn im Frühjahr ein neues Modell auf den Markt kommt. Wer clever ist, kauft im September oder Oktober. Dann nutzt Du die letzten sonnigen Tage mit Deinem Bike und Du hast im Winter reichlich Zeit die Maschine komplett zu überholen; was sich mit dem gesparten Geld erheblich leichter bewerkstelligen lässt.

Das ist übrigens ein Punkt, der auch das sichere Motorradfahren betrifft. Denn oft genug werden Gebrauchtmaschinen im Frühjahr gekauft, bei denen die Bremsen wegen abgenutzter Beläge oder verbrauchter Bremsflüssigkeit nicht mehr die volle Verzögerung leisten. Oder die Reifen sind abgefahren, die Kette ist verbraucht, die Bautenzüge sind durchgescheuert oder mechanische Teil sind wegen der langen Standzeit nur schwer beweglich. Kaufst Du so ein Motorrad, solltest Du Deiner Sicherheit zur Liebe unbedingt alle Fehler beseitigen, bevor Du die erste Tour genießt.

Motorradfahren: Sicherheit an erster Stelle

Die Sicherheit steht beim Motorradfahren immer im Vordergrund. Die Motorradsaison solltest Du deshalb mit Übungen beginnen. Bremsen in Schräglage, also in Kurven, Notbremsungen, Slalomfahrten, Ausweichen solltest Du so lange trainieren, bis Du es absolut fehlerfrei beherrscht. Moderne Maschinen besitzen zudem einige technische Entwicklungen, die das Fahren auf zwei Rädern deutlich sicherer machen. Inzwischen haben einige Hersteller sogar ein ABS-System entwickelt, das selbst in Kurven gut funktioniert. Relativ neu in Motorrädern ist der sogenannte eCall. Das von der Maschine vollkommen unabhängige System ist quasi ein Notrufhandy. Aber eCall kann mehr, als nur auf Knopfdruck die Notrufleitstelle verständigen. Sensoren registrieren jeden Aufprall, jede Erschütterung. Sind die zu heftig, alarmiert das System eigenständig die Leitstelle und übersendet dorthin die Koordinaten. Diese Technik zum sicheren Motorradfahren versetzt dich in die Lage auch Hilfe manuell zu rufen, kommst Du beispielsweise als Unbeteiligter an einen Unfallort.

Regelmäßiges Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer

Die Automobilclubs und die Motorradverbände bieten alljährlich Sicherheitskurse im Frühjahr an, die von versierten Instruktoren geleitet werden. Gelegentlich werden solche Kurse auch von der Motorradstaffel der Polizei in Großstädten inszeniert. Fahrlehrgänge für Gespannfahrer veranstaltet beispielsweise der Bundesverband der Gespannfahrer, der Teil des Bundes der Motorradfahrer ist. Auch einige Anbieter dieser rasanten Dreiräder bieten für Kunden und Interessierte derartige Lehrgänge an.

Sicherheitsausstattung beim Motorradfahren

Selbst wenn Du für das sichere Motorradfahren alles getan hast – einen Unfall kannst Du niemals ganz ausschließen. In kritischen Situationen helfen Antiblockiersysteme, eine bessere Reifentechnik, die Wendigkeit Deiner Maschine und nicht zuletzt Dein fahrerisches Können, um mit heiler Haut davon zu kommen. Sollte es dennoch zum Unfall kommen, hilft nur eine wirklich schützende Kleidung.

Ist Dein Dress aus der neusten Kollektion, muss er nicht unbedingt alle Sicherheitskriterien erfüllen. Leider werden zugunsten eines modischen Designs oft genug Sicherheitsaspekte nur teilweise umgesetzt oder ganz außer Acht gelassen. Studiere die Testberichte in den einschlägigen Magazinen oder im Internet bei Automobilclubs und Motorradverbänden. Die Ergebnisse geben Dir wichtige Hinweise, wie Du eine sichere Schutzbekleidung von modischem Schnick-Schnack unterscheiden kannst.

Protektoren auf der Wirbelsäule haben schon so manchen Motorradfahrer vor dem Rollstuhl bewahrt. Sind die auch noch an den Gelenken vorhanden, bist Du fast optimal geschützt. Handschuhe müssen genügend Spielraum bieten, das Gefühl für Gas, Bremse und Kupplung erlauben und zugleich Finger sowie Handgelenke schützen. Dein besonderes Augenmerk sollte auf dem Helm liegen. Es ist zwar optisch nicht gerade passend, aber auch als Fahrer eines Choppers oder Easy-Riders solltest Du auf den Jet-Helm verzichten. Vollhelme, die sogenannten Integralhelme mit guter Belüftung, die keine Reizungen an den Augen verursachen, sind heute Standard. Alte Helme sind gefährlich, selbst wenn sie zertifiziert sind. Die geschäumten Teile dampfen mit den Jahren aus, das Material wird brüchig und ist kaum mehr als Schutzpolster geeignet.

Geistige und körperliche Fitness

Das sichere Motorradfahren ist nur dann möglich, wenn Du körperlich fit bist. Deshalb ist ein vielseitiges Sportprogramm vor der Motorradsaison notwendig. Ermüdete, kraftlose Fahrer sind einer der Hauptgründe für selbstverschuldete Unfälle. Mit der mangelnden Kondition schwindet auch die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers. Kommt es dann zu einer kritischen Situation, zu dichtem Verkehr oder zu einer wenig übersichtlichen Verkehrslage, passieren Unfälle, die eigentlich problemlos vermeidbar gewesen wären.

Du kennst dich selbst gut genug. Und genau deshalb weist Du, wann Du auf keinen Fall fahren solltest. Alkohol hat nichts mit sicherem Motorradfahren zu tun. Das gilt selbstverständlich auch für jede Art von Drogen und einige Medikamente. Außerdem solltest Du Dein Motorrad nicht dazu nutzen, dich abzureagieren. Bist Du enttäuscht, verärgert, wütend oder einfach nur gereizt, lass die Maschine stehen und tobe dich beim Sport aus. Dein Leben ist viel zu wichtig, um es wegen einem kleinen Streit mit der Freundin oder am Arbeitsplatz aufs Spiel zu setzen.

Bildquelle:

  • Motorradfahrer bei Sonnenuntergang: ©Ermerspik - Pixabay.com
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