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Unwetterschäden beim Auto – Schutz- & Vorsichtsmaßnahmen

Derartige Unwetter können erhebliche Schäden an Deinem Auto verursachen. Dies geschieht vor allem dann, wenn das Fahrzeug an einem ungeschützten Platz abgestellt wird. Aber auch mit dem Parken in der Garage ist ein Schutz nicht in jedem Fall garantiert.

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Kyrill, Emma, Xynthia, Elon, Felix, Alfred, Xavier oder Friederike – diese Namen stehen für extreme Wetterereignisse, die in den vergangenen Jahren in Deutschland wüteten und damit die zerstörerische Kraft der Natur demonstrierten. Mit Spitzenböen bis zu 203 km/h zogen die Sturmtiefs über das Land, ließen Millionen Bäume umknicken und deckten Dächer ab. Anhaltende Regenfälle überschwemmten ganze Ortschaften. Es entstanden Unwetterschäden in Milliardenhöhe.

Welche gibt es?

Vom Sturm entwurzelte Bäume oder ausgerissene Äste führen zu Lack- und Blechschäden am Auto. Auch Hagelkörner beschädigen die Karosserie. Während sich diese Schäden allerdings kosmetisch beheben lassen, sieht das bei Schäden, welche durch Hochwasser entstanden sind, ganz anders aus. Meist liegt in einem solchen Fall ein Totalschaden vor.

Hagel

Aufgrund immer häufiger und heftiger auftretender Hagelschläge nimmt die Zahl beschädigter Autos von Jahr zu Jahr zu. Gemäß der Schadenstatistik wurden den Versicherungen zwischen 2000 und 2009 pro Jahr durchschnittlich 276.000 Fahrzeuge mit einem Hagelschaden gemeldet. Im Zeitraum 1980 bis 1989 waren es hingegen nur 102.000 Autos im Jahr. Insbesondere in den Monaten Juni und Juli führen Hagelkörner, die mitunter die Größe von Tennisbällen erreichen, zu großen Schäden. Verursacht werden diese Unwetterereignisse durch ein Aufeinandertreffen von warmen und kalten Luftmassen.

Hochwasser

Wenn es um Starkregen geht, erinnern wir uns sofort an die vielen Regenmengen, die in den vergangenen Jahren vor allem im Süden und Osten Deutschlands fielen. Keller, die unter Wasser standen, hielten die Feuerwehren vielerorts über Wochen in Atem. Steht das im Keller geparkte Auto unter Wasser, ist davon abzuraten, den Motor zu starten oder das Fahrzeug zu bewegen, da ansonsten ein großer Motorschaden riskiert wird. Sobald das Wasser zurückgegangen ist, empfiehlt es sich, das Fahrzeug von einem Fachmann begutachten lassen. Hinsichtlich der Versicherungsleistung spielt die Situation, in der das Auto von einer Überschwemmung betroffen ist, eine wichtige Rolle. Sofern das Wasser zum Auto kommt, greift eher die Versicherung, als in einem Fall, in dem das Auto zum Wasser kommt, wie es beispielsweise beim Durchfahren einer offensichtlich überschwemmten Straße der Fall ist.

Sturmschäden

Sturmschäden am Auto werden in den meisten Fällen von umgestürzten Bäumen, herabfallenden Dachziegeln oder eingestürzten Gerüsten verursacht.

Schutzmaßnahmen gegen Unwetterschäden

Während Besitzer einer Garage Schäden durch Sturm oder Hagel nicht zu fürchten brauchen, sieht das bei Laternenparkern anders aus. Letztere können ihr Fahrzeug mit einer Hagelschutzplane verkleiden, einem als Persenning bezeichneten schützenden Überzug, den es für 100 bis 200 Euro zu kaufen gibt. Alternativ lassen sich Schäden am Lack und Blech mit einer dicken Luftpolsterfolie verhindern. Diese ist im Baumarkt erhältlich und kann in zusammengerollter Form im Kofferraum verstaut werden. Auch Wolldecken bieten Schutz und sind bei Einsetzen eines Hagelschauers schnell griffbereit.

Wirst Du während der Fahrt von einem Unwetter überrascht, solltest Du nach einer Brücke oder Tankstelle Ausschau halten, die einen gewissen Schutz bieten. In Hochwasser-Risikogebieten ist es ratsam, das Fahrzeug im Falle einer Meldung von Starkregenfällen aus der Tiefgarage zu fahren.

Vorsichtsmaßnahmen im Herbst und Winter

Herbst- und Winterstürme haben uns in den vergangenen Jahren vor Augen geführt, wie zerstörerisch sie sein können. Ist ein Sturm angekündigt, solltest Du auf eine Autofahrt verzichten und das Auto idealerweise an einem geschützten Ort unterstellen. Sofern Du beim Aufziehen eines Sturmes gerade im Auto unterwegs bist, ist es ratsam, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu vergrößern. Schalte das Licht ein und beobachte genau die Umgebung, denn Du musst mit umherfliegenden Gegenständen rechnen, die eine schnelle Reaktion erfordern. Das Lenkrad gilt es ruhig festzuhalten. Um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, sind plötzliche Ausweichmanöver zu vermeiden. Über das Radio kannst Du Dich über die aktuelle Unwettersituation informieren. Straßen, die überflutet sind, solltest Du nach Möglichkeit umfahren, um Aquaplaning zu verhindern.

Versicherungen gegen Unwetterschäden

Wenn Du denkst, dass bei einem durch ein Unwetter entstandener Schaden Deine Kfz-Haftpflichtversicherung greift, liegst Du leider falsch. Diese Pflichtversicherung reguliert lediglich Schäden, die durch das Auto verursacht werden. Um sich entsprechend gegen Unwetterschäden abzusichern, empfiehlt sich der Abschluss einer freiwilligen Kaskoversicherung. Sie springt ein, wenn heruntergefallene Dachziegel oder Hagel Dellen an Deinem Auto hinterlassen, ein Baum auf den Wagen fällt oder das Auto überschwemmt wird. Anders verhält es sich, wenn Du in einem hochwassergefährdeten Gebiet oder in einer Tiefgarage parkst und das Fahrzeug nach der ersten Unwetterwarnung durch die entsprechende Behörde nicht an einen sicheren Ort bringst und damit grob fahrlässig handelst. In diesem Fall gehst Du leer aus.

Während die Teilkaskoversicherung in der Regel nur Schäden abdeckt, welche durch äußere Einflüsse wie beispielsweise Hagel, umgestürzte Bäume oder herabfallende Gebäudeteile verursacht wurden, greift der Vollkaskoschutz auch bei Schäden, für die der Versicherte selbst oder ein anderer berechtigter Fahrer verantwortlich ist. Dies ist beispielsweise bei einem Zusammenprall mit einem bereits umgestürzten Baum oder bei einem infolge eines Ausweichmanövers entstandenen Schaden der Fall.

Voraussetzung für die Übernahme eines Sturmschadens seitens der Teilkaskoversicherung ist, dass im betroffenen Gebiet eine Windstärke acht bzw. Windgeschwindigkeiten von über 63 km/h herrschten. Ob dies der Fall war, lässt sich beim Deutschen Wetterdienst in Erfahrung bringen. Die Vollkaskoversicherung deckt hingegen auch Sturmschäden unterhalb der Windstärke acht ab. Die Entscheidung für den Teilkasko- oder Vollkaskoschutz triffst Du am besten im Rahmen einer Beratung mit Deiner Versicherung. Wichtig ist, dass Du Deine Versicherung bei einem eingetretenen Schadensfall sofort kontaktierst. Erkundige Dich, ob Du den Schaden beseitigen darfst oder zuvor ein Sachverständiger bestellt wird. Es empfiehlt sich, die Schäden in Form von Fotos und Erläuterungen zu dokumentieren. Bei den Fotos handelt es sich idealerweise um detaillierte Aufnahmen der Schäden sowie der Umgebung.

Bildquelle:

  • baum-auf-grauen-mercedes-gefallen-unwetter: ©pixabay.com
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