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Wieso musst Du deinen Motor warmfahren?

Im Motorraum Deines Autos werkeln viel mehr Einzelteile, als Du denkst. Damit diese vielen Komponenten perfekt zusammen arbeiten, benötigt Dein Motor eine gleich bleibende, hohe Betriebstemperatur. So hält der Motor lange, verbraucht nicht mehr Sprit als nötig und stößt nur die erlaubten Schadstoffe aus.

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Was ist der Unterschied zwischen warmfahren und warmlaufen lassen?

Du kannst Deinen Motor auf zwei verschiedene Arten auf Betriebstemperatur bringen: Gleich losfahren und während der Fahrt auf Temperatur bringen, oder im Stand den Motor warmlaufen lassen. Beim Warmfahren sind einige Regeln zu beachten, denn der Motor muss in dieser Phase geschont werden. Ebenso kannst Du den Motor im Stand warmlaufen lassen. Das dauert aber lange, weil der Motor im Stand kaum belastet wird.

Was unter der Haube passiert

Die meisten Autos werden heute von Verbrennungsmotoren angetrieben, die Benzin, Diesel oder Erdgas zum Betrieb benötigen.
Die Kraftstoffverbrennung entwickelt bei längerem Betrieb eine enorme Hitze. Mehr als die Hälfte des Kraftstoffs werden in Wärme umgesetzt, nur der Rest dient dem gewünschten Vortrieb. Damit Dein Motor diese Hitze aushält, wurden die wesentlichen Teile Deines Motors aus verschiedenen Metallen hergestellt – meistens aus Eisenguss und Aluminium. Die Reibung zwischen den bewegten Teilen in Deinem Motor vermindert das hitzefeste Motoröl. Ein Kühlsystem unter der Haube sorgt dafür, dass die Hitze im Motorraum nicht überhand nimmt und immer zwischen 60 und 100 Grad liegt.

Wenn Du aber am Morgen den Zündschlüssel herumdrehst, sind Metalle, Schmierstoffe und selbst das Kühlwasser so kalt wie Deine Umgebung. Selbst im heißen Sommer reicht die Umgebungstemperatur nicht aus, damit Dein Motor sofort optimal läuft. Im Winter ist es noch viel dramatischer. Wenn die kalten Metallteile Deines Motors nach dem Kaltstart wärmer werden, dehnen sie sich erst aus. Je nach verwendetem Metall kann das ganz unterschiedlich verlaufen, erst im warmen Zustand passt der Motor dann richtig zusammen. Auch das Schmieröl ist noch recht zähflüssig und schmiert noch nicht optimal. Ist der Motorblock kalt, verbrennt der Kraftstoff außerdem nicht optimal, weil seine Verbrennung von der kalten Umgebung gebremst wird. Ein kalter Motor benötigt mehr Sprit, ist anfällig für Verschleiß und emittiert viel mehr Schadstoffe als im laufenden Betrieb. Klar also, dass die Maschine schnell die optimale Temperatur zwischen 60 und 90 Grad Celsius erreichen sollte. Und das gleichzeitig möglichst schonend für den Motor.

Viele Autofahrer lassen nach dem Kaltstart den Motor im Standgas warmlaufen. Das klingt praktisch im Winter, denn in der Wartezeit können ja die Scheiben von Eis und Schnee befreit werden, und die Innenraumheizung springt auch schon ein bisschen an. Tatsächlich tust Du Dir und Deinem Auto damit keinen Gefallen. Alleine mit Standgas braucht der Motor bis zu 20 Minuten, um richtig warm zu werden. In der Zwischenzeit pustet er fast ungefiltert Abgase in die Luft und verbraucht unnötigen Sprit. Lärm und Abgase verärgern Deine Nachbarn, was sogar zu einem Ordnungsgeld führen kann.

Wie man es richtig macht

Lieber also den Motor warmfahren: Nach dem Kaltstart den Motor ein paar Sekunden im Standgas laufen, damit sich das Öl im Motor verteilt, und dann losfahren. Aber nicht mit Vollgas, sondern sanft: Bis zur Betriebstemperatur darfst Du nur Drehzahlen bis etwa 3.000 Umdrehungen pro Minute vom Motor verlangen.

Die Motordrehzahl zeigt ein Instrument im Armaturenbrett an. Fehlt die Anzeige in Deinem Auto, dann kannst Du nach Gefühl fahren: Beschleunige gemächlich und schalte so früh wie möglich hoch. Wechselt Dein Fahrzeug die Gänge automatisch, dann
beschleunige einfach langsam. Sportliche oder ältere Fahrzeuge verfügen auch über eine Anzeige der Motortemperatur: Ab 60 Grad liegst Du richtig und kannst wie gewohnt mit Deinem Auto fahren.

Gilt das für jedes Auto?

Warmfahren musst Du jedes Auto mit Verbrennungsmotor. Aber es gibt Unterschiede: Manche Autos sind empfindlicher als andere und müssen in der Kaltlaufphase besonders geschont werden. Das gilt besonders für Sportwagen mit hochdrehenden Motoren. Diese Motoren sind weniger robust, weil sie auf eine hohe Motorleistung ausgelegt sind und können in der Kaltlaufphase eher Schaden nehmen. Wenn Du einen schönen Oldtimer oder einen angesagten Youngtimer pilotierst: Schone den Motor, denn im Herbst ihres Lebens sind Automotoren generell anfälliger.

Empfindlicher sind auch Motoren mit einem Turbolader. Viele neuere Benzin-Fahrzeuge werden heute mit kleinen, Turbo-aufgeladenen Motoren gebaut. Und fast jeder Diesel-PKW verfügt über mindestens eine Abgasturbine. Überprüfe also, ob auch Dein Bolide per Turbo auf Trab gebracht wird und passe Dein Fahrverhalten bei kaltem Motor an.

Länger dauert das Warmfahren, wenn Dein Auto besonders sparsam ist. Klar, denn hier wird weniger Sprit pro Kilometer verbrannt und erzeugt entsprechend weniger Wärme. Kalkuliere also etwas mehr Zeit ein, bis die Betriebstemperatur erreicht ist.

Hier ein Merkzettel für das richtige Warmfahren:

  • Motor kalt starten
  • Zehn Sekunden im Standgas laufen lassen
  • Anfahren und beschleunigen mit weniger als 3.000 Touren
  • Zwei bis fünf Kilometer schonend warmfahren, früh hoch schalten

Bildquelle:

  • wieso-musst-du-deinen-motor-warmfahren-autowelt.de: ©Pixabay - Pexels.com
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