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Was Du über Autoreifen wissen solltest

Der Reifenkauf scheint zunächst kompliziert und unübersichtlich zu sein – tatsächlich müssen viele unterschiedliche Dinge beachtet werden, bevor die Autoreifen ausgesucht werden. Denn neben den Reifeneigenschaften und Reifenarten muss auch die richtige Größe gefunden werden. Hier erfährst Du, was Du zum Thema Autoreifen wissen solltest.

Reifenarten

Zunächst einmal gibt es für konventionelle PKW drei unterschiedliche Reifentypen: Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen. Der unterschied zwischen diesen Reifenarten liegt zum einen in der Gummimischung, zum anderen in der Beschaffung des Profils.

Winterreifen

Winterreifen zeichnen sich durch einen großen Negativanteil im Profil aus, welcher ein gutes Vorankommen auch unter schwierigen Witterungsbedingungen ermöglicht – insbesondere auf schneebedeckten Fahrbahnen sind hier erhebliche Vorteile zu erwarten. Zudem können größere Mengen Wasser verdrängt werden, ohne dass es zum gefürchteten Aquaplaning kommt. Dafür ist die Eigenbewegung des Profils größer, weshalb Winterreifen etwas lauter abrollen als Sommerreifen und dabei auch geringfügig mehr Kraftstoff verbrauchen. Durch die weichere Gummimischung erhöht sich die Haftung gegenüber Sommerreifen bei niedrigeren Temperaturen. Bereits unter 7 °C sind Winterreifen hier im Vorteil, selbst wenn die Fahrbahn vollkommen trocken ist. Dennoch wäre es nicht ratsam, Winterreifen das ganze Jahr hindurch zu nutzen. Aufgrund der beschriebenen Weichheit der Gummimischung käme es dann zu einem schnellen Abrieb, der dafür sorgt, dass die Reifen schnell verschleißen. Fachleute empfehlen, im Oktober von Sommer auf Winterreifen zu wechseln und zu Ostern einen erneuten saisonalen Reifenwechsel vorzunehmen.

Ganzjahresreifen und Allwetterreifen

Wenn Du Dir den Kauf von zwei Sätzen Autoreifen sparen möchtest, kannst Du auch auf sogenannte Ganzjahres- oder Allwetterreifen zurückgreifen. Wie ihr Name bereits erkennen gibt, soll dieser Reifentyp das ganze Jahr über verwendet werden können, unabhängig von der jeweils vorherrschenden Witterung. Wie bei Winterreifen auch, ist ein Schneeflocken-Symbol vorhanden, sodass der Gesetzgeber die Allwetterreifen als Winterreifen einstuft. Mit dieser Einschätzung liegt der gar nicht so falsch, denn auch hinsichtlich der Reifeneigenschaften liegt der Ganzjahresreifen mehr Winterreifen. Der Verschleiß ist also etwas höher, bei warmen Witterungsbedingungen sind die Eigenschaften dem Sommerreifen spürbar unterliegen. Wenn Du nicht viel fährst, kann die Anschaffung von Ganzjahresreifen dennoch sinnvoll sein. Ansonsten besteht das Risiko, dass Du Deine Reifen aufgrund von Überalterung entsorgen musst. Bereits ab einem Alter von sechs Jahren können die gefürchteten Alterungsrisse auftreten, dann ist ein Austausch auch bei ausreichendem Profil notwendig.

Geländereifen

Weiterhin sind spezielle Geländereifen erhältlich, die sich insbesondere an die Fahrer von SUVs richten. Hinsichtlich der Reifenmischung handelte sich dabei zumeist um Sommerreifen, das gröbere Profil erinnert allerdings eher an Winterreifen. Weil diese Reifen zumeist über eine “M+S”-Kennung verfügen, ist ein Betrieb als Winterreifen zwar noch zulässig, aber keinesfalls empfehlenswert. Trotz des griffigen Profils solltest Du im Winter auf konventionelle Winterreifen umrüsten.

Alter der Autoreifen

Du erkennst das Reifenalter an der sogenannten DOT-Nummer, die auf der Reifenflanke aufgedruckt ist. Die vierstellige Nummer gibt mit den ersten beiden Ziffern die Kalenderwoche der Produktion an, die letzten beiden Ziffern beziehen sich auf das Produktionsjahr. Auch beim Kauf von Reifen solltest Du das Produkt sonst überprüfen, ansonsten läufst Du Gefahr, überalterte Pneus zu erhalten. Ein Reifenalter von maximal einem Jahr gilt beim Kauf als akzeptabel.

Reifenaufbau

Unabhängig von der Art des Reifens ist der Aufbau immer gleich: Kontakt mit der Straße hat die sogenannte Lauffläche, die über eine Profilierung verfügt. Hier ist üblicherweise auch der Verschleiß zu erkennen, auf die Mindestprofiltiefe wird gleich im weiteren Verlauf noch eingegangen. Darunter befindet sich ein Gürtel aus Nylongewebe, auf den ein quer zur Lauffläche verlegte Stahlgewebe folgt. Dieses Stahlgewebe sorgt für die eigentliche Stabilität des Reifens; die Gummimischung mit einem hohen Kautschukanteil könnte diese Stabilität keinesfalls sicherstellen. Darunter findet sich ein Stahlgewebe, welches wiederum längst zur Lauffläche verlegt ist. Du solltest in diesem Zusammenhang wissen, dass ein Reifen ganz unterschiedliche Kräfte aufnehmen muss, die in verschiedene Richtungen wirken. Zu guter letzt findet sich die sogenannte Karkasse.

Reifenbezeichnungen

Nicht einfach ist es beim Reifenkauf, die jeweilige Größenbezeichnung des Autoreifens zu entschlüsseln. Die dazu notwendigen Angaben findest Du auf den alten Reifen oder aber in Deinem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Was die Reifenbezeichnung bedeuten, soll anhand des folgenden Beispiels erklärt werden:

185/65 R 15 85 H

– Die 185 steht für die Reifenbreite in Millimetern
– Mit der 65 für die Reifentiefe gekennzeichnet, dieses Mal allerdings nicht in Millimetern sondern in Prozent von der Reifenbreite
– Das “R” meint lediglich, dass es sich um einen Radialreifen handelt – die heute übliche Bauart. Im Unterschied hierzu gibt es noch sogenannte Diagonalreifen, die allerdings seit vielen Jahrzehnten auf dem Reifenmarkt keine Rolle mehr spielen.
– Die 15 steht für den Felgendurchmesser in Zoll
– Die darauffolgende 85 bezieht sich auf den Tragfähigkeitsindex, also die Belastbarkeit des Reifens. Wie der Name schon sagt, handelt es sich lediglich um einen Indexwert, aus der Z. 85 lässt sich also nicht direkt ableiten, wie belastbar der Reifen ist.
– Zu guter Letzt folgt mit dem H das Geschwindigkeitssymbol. Wie bei dem Tragfähigkeitsindex gilt auch hier, dass sich aus dem Buchstaben allein nicht ableiten lässt, wie schnell der Reifen bewegt werden darf. Anhand einer entsprechenden Tabelle kannst erkennen, wie schnell Du den Reifen fahren darfst.

Reifendruck und Kraftstoffverbrauch

Damit Deine Autoreifen möglichst lange genutzt werden können – je nach Fahrweise und Reifenqualität beträgt die Lebensdauer zwischen 20.000 und 40.000 km – solltest Du auf einen konstant korrekten Luftdruck achten. Bei einem zu geringen Luftdruck beginnt der Reifen zu “walken”, wie die dann entstehenden Wölbungen und Eigenbewegungen des Pneus insbesondere an der Reifenflanke bezeichnet werden. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Abnutzung. In ungünstigen Fällen kann es bei dauerhaft deutlich zu niedrigem Luftdruck sogar dazu kommen, dass der Reifen platzt. Außerdem erhöht sich in jedem Fall der Kraftstoffverbrauch. Einige Zehntel Liter Mehrverbrauch sind allein durch zu niedrigen Luftdruck möglich. Ein Surluftdruck ist ebenso ungünstig, weil die Lauffläche dann nicht mehr gleichmäßig aufliegt. Die Wölbung sorgt dafür, dass das Profil ungleichmäßig und schnell abgenutzt wird.

Vorschriften in Deutschland und Österreich

Hinsichtlich der maximalen Lebensdauer gibt es in Deutschland übrigens keine besonderen Vorschriften. Es ist keinesfalls so, dass der Reifen nach einer bestimmten Nutzungsdauer pauschal gewechselt werden muss. Es muss lediglich erfüllt sein, dass die Profiltiefe noch mindestens 1,6 mm aufweist. Bei Alterungsrissen kann der TÜV allerdings eine neue HU-Plakette verweigern. In Österreich gelten dieselben Grenzen, hier dürfen Winterreifen allerdings nur noch genutzt werden, wenn die Profiltiefe mindestens 4 mm beträgt.

Bildquelle:

  • : © Pixabay
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