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Zweitfahrer versichern – Das musst Du wissen

Jemand fährt mit dem Auto, obwohl er nicht versichert ist. Darf er das? Zahlt die Versicherung? Mache ich mich strafbar? Wie du einen Zweitfahrer versichern kannst und welche Kosten auf dich zukommen, erfährst du hier.

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Rechtliche Regelungen

Zu dem Thema anderer Fahrer kursieren verrückte Annahmen. Die wichtigste davon ist falsch: Die Versicherung zahlt den Schaden den jemand bei einem anderen verursacht. Immer. Das ergibt sich aus einigen Gesetzestexten.
In Deutschland muss ein Auto (auch andere Fahrzeuge) versichert sein. Im Klartext braucht derjenige, dem das Fahrzeug gehört eine Haftpflichtversicherung für sich und den, der fährt.
Denn mit dieser Versicherungspflicht stellt Deutschland sicher, dass jeder, dem Schaden durch Dich zugeführt wird (oder Dein Auto) auch entschädigt wird.

Das Gesetz schreibt aber nicht vor, wie Du andere Fahrer versichern sollst. Das regeln die Versicherungen selber.

Obwohl jede Gesellschaft ihre eigenen Regeln aufstellt, gibt es grundsätzlich vier verschiedene Optionen:

1. Wenn nur ein Fahrer eingetragen ist.
2. Wenn sich ein Paar das Auto teilt und beide fahren.
3. Wenn mehrere Menschen das Auto fahren, aber alle sind namentlich bekannt und werden entsprechend auch eingetragen.
4. Wenn beliebig viele Leute das Auto benutzen werden, aber nicht klar ist, wer.

Immer ist es relevant anzugeben, wie alt die Fahrer sind. Das wirkt sich später auf den Beitrag aus, den Du zahlen musst. Einige Versicherungen haben 23 als Grenze und andere 25 Jahre, ab wann es preiswerter wird.

Interessanterweise stellen auch Gesellschaften darauf ab, wie lange der Fahrer bereits seinen Führerschein hat. Dann gilt die gesamte Regelung auch nur für alle die Fahrer, die einen EU-Führerschein haben.

Kosten

Der Beitrag für Deine KFZ-Versicherung wird also in jedem Fall steigen, wenn Du nicht der oder die einzige bist, die das Auto bewegt. Dabei ist es unerheblich, ob Du eine reine Haftpflichtversicherung wählst oder Dich für Teil-oder Vollkaskoschutz entscheidest.

Das Alter von Dir und den Fahrern und die Menge an Fahrern bestimmen Deinen Beitragssatz. Am teuersten wäre es folglich, wenn Du beliebig viele Fahrer mit versichern würdest, von denen Du den Namen nicht kennst und zusätzlich annimmst, sie könnten auch unter 23 und Führerscheinneulinge sein.

Ehrliche Angaben lohnen

Trotzdem kann es unbedingt lohnen, einen weiteren Fahrer zu versichern. Das gilt vor allem dann, wenn es sich wirklich um Zeitfahrer handelt.
Es ist etwas anderes, wenn ausnahmsweise Mal jemand anderes das Auto fährt oder ob jemand dauerhaft mit dem Auto unterwegs ist. Gibst Du den letzten Fall nicht an, wird Dir im schlimmsten Falle von Deiner Versicherung vorgeworfen, absichtlich Geld sparen zu wollen, indem Du den Zweitfahrer nicht eingetragen hast. Dann droht Dir mindestens eine Vertragsstrafe.
Wie hoch die dotiert sind, kannst Du den AGBs und der Police entnehmen. Sie werden nach einer Einzelfallprüfung verhängt.

Spontan weiteren Fahrer versichern

Tipp: Sollte sich jemand Dein Auto borgen wollen – sei es mitten in der Nacht – dann buche im Internet unabhängig von Deinem Versicherungsgeber einen Kurzzeitschutz für den neuen Fahrer. Das dauert nur wenige Minuten und Du kannst die Summe weit unter 10 Euro direkt per PayPal bezahlen. Der Schutz gilt dann für 24 Stunden.

Eine andere Option ist es, Deine Versicherung über einen neuen Menschen hinter dem Steuer Deines Autos zu informieren. Entweder per E-Mail oder via einer App. Kannst Du das planen, dann setzte Dich telefonisch mit Deinem Vertrauensmann in Verbindung.

Frage am besten einmal unverbindlich nach, wie Du Dich in einem solchen Fall verhalten sollst.

Einige Anbieter akzeptieren einmalig im Monat noch einen Fahrer ohne Zusatzkosten; andere gewähren das für zwei Wochen im Jahr ohne Absprache. Kläre das für Dich einmal persönlich ab. Denn auch die Gesellschaften haben oft eine Regelung für Dich, dass Du kurzzeitig einen weiteren Fahrer mit versichern kannst, ohne direkt ein ganzes Versicherungsjahr den Aufpreis bezahlen zu müssen.

Im Falle von einem Unfall

Hier müssen wir einige Fälle differenzieren.

Wie Du oben gelesen hast, wird Deine Versicherung auf jeden Fall den Schaden an Dritten regulieren, der mit Deinem Auto verursacht wurde. Aber die Versicherung kann Dich hinterher in Regress nehmen. Das heißt, sie fordert von Dir Geld nach.

Gängig ist es, dass Du eine Nachzahlung leisten musst. Die besteht aus der Differenz zu dem Jahresbeitrag, den Du bezahlt hast und der Summe, die Du hättest leisten müssen, hättest Du den Zweitfahrer korrekt mitversichert.

Seltener wirst Du von der Versicherung zu einer Vertragsstrafe herangezogen. Die kann zwischen dem einfachen und zweifachen Jahresbeitrag liegen und kommt auf die Nachzahlung oben drauf.

1. Baut jemand mit Deinem Auto einen Unfall und ist nicht schuld, passiert gar nichts. Denn dann kommt die gegnerische Versicherung für den Schaden an Deinem KFZ auf.

2. Bittest Du einen nüchternen Freund, Dich mit Deinem Auto nach Hause zu fahren, weil Du betrunken bist, bestrafen die wenigsten Versicherungsgesellschaften diese weise Entscheidung. Wenn Dein Kumpel dann einen Unfall baut, kommst Du oft mit einer Nachzahlung davon.

3. Die Praxis zeigt, dass Versicherungen sogar noch kulanter sein können (nicht müssen!). Etwa, wenn Du in einer Notsituation jemanden bitten musst, dich ins Krankenhaus zu fahren, weil Du selber gar nicht kannst. Dann wollen manche Gesellschaften gar kein Geld sehen.

Wissenswert: Lies genau Deine Police durch. Es kann nämlich sein, dass Deine Versicherung nur für Haftpflicht Schäden aufkommt, obwohl Du teil-oder Vollkasko versichert bist, wenn ein nicht eingetragener Zweitfahrer einen Unfall baut.

Achte wieder darauf, dass nur jemand mit EU-Führerschein Dein Auto fährt. Denn im Falle eines Unfalls könnte die Versicherung dann anderes reagieren, als bei jemandem mit EU-Führerschein.

Ausblick:

Nach einem Unfall wirst Du hochgestuft. Die Kosten kommen also noch langfristig oben drauf. Es lohnt unbedingt, einen Zweitfahrer zu versichern. Kläre mit dem Fahrer vor Fahrtantritt, wie Ihr Euch im Schadensfall untereinander einigen wollt.
Eines jedenfalls weißt Du jetzt: Deine Versicherung zahlt immer den Schaden bei Dritten!

Bildquelle:

  • autofahrer-am-steuer: ©pixabay.com
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